Familienverband: "Schulkinder sind keine Testpersonen"
Wien, 20.6.07 (KAP) Der Katholische Familienverband Österreichs hat sich gegen das Projekt "Neue Mittelschule" ausgesprochen. Es gebe dafür weder ein konkretes Modell mit klaren Inhalten noch ein klares pädagogisches Ziel, bemängelte KFÖ-Präsident Johannes Fenz am Mittwoch in einer Aussendung: "Der Zug dampft ab, das Ziel ist unbekannt." Die betroffenen Schulkinder würden nach dem Motto "Schauen wir, was rauskommt" missbraucht, so Fenz, aber "Kinder sind keine Testpersonen".
Auch dass völlig offen sei, wo letztendlich die "Modellregionen" für dieses Projekt liegen sollen, passt laut Fenz zum "konzeptlosen und übereilten Schnellschuss 'Neue Mittelschule'". Für den KFÖ-Präsidenten - der selbst Schulleiter ist - blieb bisher unklar, warum die neue Mittelschule für das Kind besser sein soll, was evaluiert werden soll und wie viel Ressourcen für die einzelne Region zur Verfügung stehen sollen. "Worthülsen und Stehsätze" hätten die jüngsten Ankündigungen dominiert.
Damit eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen ein Erfolg wird, müssen laut Fenz mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Es müsse entsprechend den Begabungen und der Leistungsfähigkeit der Kinder differenziert werden. Ebenso erforderlich sei eine Bündelung der Kompetenzen: Derzeit sei für die AHS-Unterstufe der Bund, für die Hauptschulen das Land zuständig. Und schließlich müsse die pädagogische Ausbildung der Lehrer und Lehrerinnen vereinheitlicht werden.
Dass niemand mehr von Gesamtschule spricht und das Projekt "Neue Mittelschule" Differenzierungen vorsieht, führt Fenz auch auf die Initiative "www.schule-bunt" zurück. Die Plattform, die der Katholische Familienverband vor knapp zwei Monaten mitinitiiert hat, fordert "Vielfalt statt Einfalt", mehr Gruppen- und weniger Klassenunterricht und ein nach Begabungen, Neigungen und Leistungsfähigkeit differenzierendes Schulsystem (Informationen: www.schule-bunt.at).