Kapellari würdigt Larentzakis als "wichtigen Brückenbauer"
Graz, 29.6.07 (KAP) Die Brückenbauer-Rolle des Grazer orthodoxen Theologen Prof. Grigorios Larentzakis hat der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari gewürdigt. Bei zwei für die Diözese Graz-Seckau besonders bedeutsamen Ereignissen sei Larentzakis "herausragend verantwortlich" gewesen, nämlich für die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz und für die Initiative zu den ökumenischen Friedensgebeten, erinnerte Kapellari in einem Gruß- und Dankwort, das beim Grazer Symposion aus Anlass der Emeritierung des orthodoxen Theologen verlesen wurde. Das Grußwort des im Ausland weilenden Grazer Bischofs verlas als dessen Vertreter ein langjähriger Weggefährte von Larentzakis - der ebenfalls schon emeritierte Liturgiewissenschaftler und Ökumeniker Prof. Philipp Harnoncourt.
Auch der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos nannte Grigorios Larentzakis einen "Brückenbauer und Freund", von dem er sich nicht verabschieden, sondern dem er danken wolle. Er unterstrich die große Bedeutung des Wirkens von Larentzakis an der Grazer Theologischen Fakultät für die orthodoxen Christen in Österreich und für die Orthodoxie im Allgemeinen. Der Dekan der Grazer Katholisch-theologischen Fakultät, Prof. Rainer Bucher, beschrieb den Geehrten mit drei Attributen: "Grigorios Larentzakis liebt das Leben, er hat vor niemandem Angst und ist ein Vorbild für die Ökumene".
In seiner Abschiedsvorlesung hielt Larentzakis fest, dass Ökumene für ihn "Lebenshaltung und -aufgabe" sei. Dankbar blicke er auf die "ökumenische Prägung" zurück, die er durch das Patriarchat von Konstantinopel erhalten" habe. Umsomehr erschüttere ihn die Tatsache, dass ein Gericht in der Türkei jetzt dem Patriarchen von Konstantinopel das Attribut "ökumenisch" aberkennen wollte.
Larentzakis war der erste orthodoxe Theologe, der an einer katholischen Fakultät lehrte. Er wurde 1942 in Chania auf Kreta geboren, studierte von 1961 bis 1965 - und damit weitgehend zeitgleich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil - an der Theologischen Fakultät des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel auf Chalki. Ein Stipendium ermöglichte ihm, in Salzburg und Innsbruck katholische Theologie zu studieren. 1969 wurde er als erster nichtkatholischer Student in Innsbruck zum Doktor der katholischenTheologie promoviert. Seit 1970 lehrt er in Graz orthodoxe und ökumenische Theologie.