"Priester ist man immer für die anderen"
Linz, 29.6.07 (KAP) "Priester wird man nie für sich, sondern immer für die anderen", betonte der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz bei der Weihe eines Neupriesters im Linzer Dom. "Du sollst Feuer sein, das Gott verkündet und den Menschen leuchtet", so der Bischof an den neuen Priester. Zum Ja der Christus-Nachfolge gehöre der Mut, sich "von der Leidenschaft Christi erfassen zu lassen".
Viele Priester feierten den Weihegottesdienst mit, auch der Linzer Altbischof Maximilian Aichern war gekommen. Bischof Schwarz erinnerte in seiner Predigt an die spezielle Berufung der Priester: "Wir sind berufen, das Wort Jesu und seine Botschaft weiterzugeben. Hier können wir uns nicht einfach vertreten lassen. Legen wir die Hand an den Pflug und seien wir begeisterte Diener der Freude". Mit Blick auf Petrus und Paulus erinnerte der Bischof vor allem an die Apostolizität der Kirche, die Weitergabe des Weiheamtes durch Handauflegung.
Bischof Schwarz gratulierte bei dem Gottesdienst auch in besonderer Weise den anwesenden Priesterjubilaren und erwähnte dabei namentlich P. Godfried Forster vom Stift Schlierbach, der schon 72 Jahre als Priester wirkt.
Iby: Priester sind "Diener Christi"
Einen Appell, ihr Herz für den Heiligen Geist zu öffnen und den Menschen "Helfer und Begleiter im Leben" zu sein, richtete der Eisenstädter Diözesanbischof Paul Iby an die drei Neupriester, die er am Fest Peter und Paul im Eisenstädter Martinsdom weihte. Christus berufe - so Iby in seiner Predigt - Menschen und gebe ihnen "Anteil an seinem Priestertum, um durch sie in seiner Kirche zu wirken". In seinem Namen sollten Priester handeln und als gute Hirten das anvertraute Volk Gottes leiten. Was den Priestern anvertraut werde, sei "Gottes Eigentum", nicht ihr eigenes. Priester seien "Diener Christi" und "Verwalter von Geheimnissen Gottes".
Burgenland, Ceylon, Kroatien
Die drei Eisenstädter Neupriester sind Karl Opelka, Clarence M. A. Rajaseelan und Josip Tolic. Der 42-jährige Karl Opelka wurde in Wien geboren, die Familie stammt aus Stotzing, er erlernte den Beruf des Großhandelskaufmanns und absolvierte die Religionspädagogische Akademie der Erzdiözese Wien sowie die Pädagogische Akademie des Bundes. Vor seiner Ausbildung zum ständigen Diakon war er Religionslehrer in Wien. 2002 wurde er zumständigen Diakon geweiht, zwei Jahre später trat er ins Priesterseminar ein und studierte Theologie in Heiligenkreuz.
Der 32-jährige gebürtige Ceylonese Clarence Maria Angelo Rajaseelan war ursprünglich Personalmanager; er studierte drei Jahre Theologie in Heiligenkreuz, wo er auch als Zisterzienser eingekleidet wurde. Im Oktober 2004 trat er in das Burgenländische Priesterseminar in Wien ein. Nach Abschluss des Theologiestudiums absolvierte er ein Sozialpraktikum im Pflegeheim Pinkafeld, sowie ein Jugend- und Pfarrpraktikum in Mattersburg.
Der 28-jährige Josip Tolic stammt aus Slavonski Brod; er maturierte in Zagreb und trat 1998 in das Priesterseminar der Diözese Eisenstat ein. Es folgten das Theologiestudium an der Universität Wien, ein Externjahr in Djakovo und der Abschluss der theologischen Studien in Wien. Nach dem Sozialpraktikum im Pflegeheim Pinkafeld folgte ein Pfarrpraktikum in Güssing.
Küng: "Priesterweihe ist Fest für die Diözese"
Im St. Pöltner Dom weihte Diözesanbischof Klaus Küng die beiden Neupriester Daniel Kostrzycki und P. Justin Minkowitsch, einen Zisterzienser aus dem Stift Lilienfeld. Der dritte Priesterkandidat in der Diözese, P. Leonhard Obex, wird am 14. August in der Stiftskirche Göttweig ebenfalls von Bischof Küng geweiht.
"Eine Priesterweihe ist ein Fest für die ganze Diözese. Es macht bewusst: Der Herr ist mit uns", sagte Bischof Küng in seiner Predigt. Jeder, der die Priesterweihe empfange, sei dazu bestimmt, "Kirche zu begründen". Denn überall, wo die Apostel hinkamen, seien Gemeinschaften von Gläubigen entstanden. Das Wirken der Priester sei auch Voraussetzung für das Entstehen der "Kirche im kleinen", der Familie, und auch für das Erwachen der Kirche in den Herzen der Gläubigen, so Küng. "Jeder Priester erfüllt uns mit Hoffnung", sagte Küng.
Das Fest Peter und Paul verdeutliche aber nicht nur die Aufgaben der Apostel, sondern die aller Christen. So sei auch die Erneuerung der Kirche nicht nur eine Angelegenheit des Bischofs und der Priester, sondern aller getauften und gefirmten Christen, so Bischof Küng.
Den Neugeweihten gab Bischof Küng den Rat, "Männer des Gebetes" zu sein und keine Angst vor der Aufgabe zu haben. Küng wörtlich: "Achtet darauf, verfügbar zu sein. Hegt den großen Wunsch, Feuer in den Herzen anzuzünden. Ihr werdet viel Gutes tun können und selbst Gewinner sein".
Daniel Kostrzycki stammt aus Polen. Von 1998 bis 2004 studierte er an der Katholischen Universität Lublin Philosophie und Theologe. Das Pastoralpraktikum absolvierte er in der Stadtpfarre Zwettl und das Diakonatsjahr in der Pfarre Krems-St. Paul.
P. Justin Minkowitsch OCist stammt aus der Pfarre Lilienfeld und maturierte am dortigen Bundesrealgymnasium. Fachtheologie und Religionspädagogik studierte er in Salzburg und St. Pölten. 2002 trat er bei den Zisterziensern ein. Das Pastoraljahr absolvierte er in Wilhelmsburg.
