KA: Mindestlohn "Schritt in die richtige Richtung"
Wien, 3.7.07 (KAP) Als positiven "Schritt in die richtige Richtung" hat Luitgard Derschmidt, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), die Mindestlohn-Vereinbarung der Sozialpartner bezeichnet. Dass bis Jahresbeginn 2009 schrittweise ein Mindestlohn von 1.000 Euro sicher gestellt werden soll, werde sicherlich einen Beitrag zur Armutsvermeidung leisten, betonte Derschmidt.
Sorge mache ihr jedoch, dass weiterhin - vor allem allein erziehende - Frauen mit Teilzeitbeschäftigungen, aber auch mit Werkvertrag Beschäftigte und freie Dienstnehmer von der Vereinbarung wenig profitieren würden. Die Überlegungen in Richtung einer Grundsicherung müssten also in jedem Fall weiter gehen, forderte die KAÖ-Präsidentin. Trotz derzeit sinkender Arbeitslosenzahlen werde langfristig die Zahl der Personen in klassischen Arbeitsverhältnissen weniger werden: "Wir befinden uns auf dem Weg von einer Erwerbsarbeitsgesellschaft zu einer Tätigkeitsgesellschaft", verwies Derschmidt auf die Prognosen vieler Fachleute. Neben der klassischen Erwerbsarbeit in einem klar definierten Dienstverhältnis nach herkömmlichem Muster würden die künftigen Berufs- und Arbeitskarrieren "bruchstückhafter, vielfältiger, und Bereiche wie Familienarbeit, ehrenamtliche Tätigkeiten und Gemeinwesenarbeit immer wichtiger" werden. Davor dürften sowohl die Sozialpartner als auch die Parteien nicht länger die Augenverschließen, so Derschmidt.