Innsbruck: "Die Hutterer" im Museum Goldenes Dachl
Innsbruck, 3.7.07 (KAP) Im Innsbrucker Museum Goldenes Dachl stehen "Die Hutterer" im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung. Die Schau ist Teil des ersten Gemeinschaftsprojektes mit dem Museum Tiroler Bauernhöfe Kramsach, der Münze Hall und dem Silberbergwerk Schwaz, die den regionalen Museumsverbund "cultuhr.at" bilden, Generalthema ist "Der Mensch um 1500".
Die Hutterer gehörten zur religiösen Bewegung der Täufer, die an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit in Tirol auftraten. Ihr Name geht auf den Vorsteher der Gemeinde, den Pustertaler Jakob Hutter zurück, der im Februar 1536 vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen starb. Die Hutterer wurden ab dem Jahre 1527 als "Wiedertäufer" von der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit in Tirol bekämpft und blutig verfolgt. Zwischen 600 und 1.000 Personen wurden hingerichtet. Der Rest musste fliehen und suchte zunächst in Mähren, dann in verschiedenen Teilen Ost- und Südosteuropas eine neue Heimat. Im 19. Jahrhundert wanderten die Hutterer schließlich nach Nordamerika aus. Dort gibt es heute mehr als 40.000 Hutterer, die ihre alten Traditionen pflegen und einen tirolerisch-kärntnerischen Dialekt sprechen.
Die Ausstellung nimmt in einem Abschnitt auch auf die heutige Situation religiöser und anderer Minderheiten in Tirol Bezug. Unter dem Titel "Verbrannte Visionen: Erinnerungsorte der Täufer in Tirol" wurde ein Buch im Verlag "Innsbruck University Press" herausgegeben, dessen erste 40 Seiten als Ausstellungskatalog dienen. Im zweiten Teil der Publikation werden Orte vorgestellt, die mit den Täufern in Verbindung stehen.
Die Ausstellung "Die Hutterer - Verbrannte Visionen" ist bis einschließlich 31. Oktober im Museum Goldenes Dachl täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. (Informationen: www.cultuhr.at).