Bekämpfung der Armut im 'Süden': Österreich gefordert
Wien, 6.07.07 (KAP) Im Hinblick auf die Halbzeit der Millenniums- Entwicklungsziele mahnt die "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO) die Verantwortung der Regierung ein. "Es ist höchste Zeit, dass Österreich einen angemessenen Beitrag zur Bekämpfung der weltweiten Armut leistet", fordert der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz als KOO-Vorsitzender.
Bischof Schwarz ruft das Versprechen der EU-Mitgliedsstaaten von 2005 in Erinnerung, in dem sie entsprechende Mittelerhöhungen zugesagt hatten. Laut Berechnungen der KOO wäre ein jährlicher Zuwachs der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit von rund 400 Millionen Euro nötig, um das Zwischenziel von 0,51 Prozent bis 2010 zu erreichen. Um 2015 auf die geforderten 0,7 Prozent des Bruttonationalprodukts für Entwicklungszusammenarbeit zu kommen, brauche es daher einen konkreten Stufenplan.
Nicht nur mehr, sondern auch bessere Hilfe fordert KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl: "Es geht darum, die Armen wirklich zu erreichen und sie dabei zu unterstützen, ihre Lebenssituation zu verbessern". NGOs und kirchliche Organisationen seien an der Basis tätig und über die Bedürfnisse und Potenziale der Menschen informiert, Projekte würden von den Betroffenen selbst entwickelt, es gebe lokale Nachhaltigkeit, die Wertschöpfung bleibe an Ort und Stelle. Die KOO plädiert daher für eine deutliche Aufstockung - eine Verzehnfachung - der Mittel für Nichtregierungsorganisationen.
"Armutsorientierung bedeutet nicht nur mehr Mittel für armutsreduzierende Maßnahmen wie ländliche Entwicklung, Wasserversorgung, Bildung und Gesundheit sondern auch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, damit Armut nicht entsteht: gerechte Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, Klimaschutz , gute Regierungsführung. Gerade in diesen Bereichen ist eine stärkere Mitsprache der Menschen in Entwicklungsländern nötig - dies erfordert eine Stärkung der Zivilgesellschaft", betonte Hödl.
Der UNO-Bericht 2007 über die Umsetzung der so genannten Millenniums-Entwicklungsziele kommt zum Schluss, dass trotz Teilerfolgen die Vereinten Nationen von ihrem Ziel, die weltweite Armut bis 2015 zu halbieren, noch weit entfernt sind.