Liturgie: Bischöfe für "Miteinander in Wahrheit und Liebe"
Wien, 7.7.07 (KAP) Für ein "Miteinander in Wahrheit und Liebe" in liturgischen Fragen sprechen sich die österreichischen Bischöfe im Hinblick auf die am Samstag veröffentlichte Liturgie-Erklärung von Papst Benedikt XVI. aus. Der Papst betone, dass es nur "einen einzigen römisch-katholischen Ritus gibt", der "in seiner ordentlichen Form" dem nachkonziliaren Messbuch von Paul VI. von 1970 entspricht und "in seiner außerordentlichen und nie ungültig gewordenen Form" dem Messbuch von Johannes XXIII. von 1962. Wörtlich heißt es in der von Kardinal Christoph Schönborn als dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Diözesanbischof Egon Kapellari als dem stellvertretenden Vorsitzenden und Erzbischof Alois Kothgasser als dem Referenten für Liturgie unterzeichneten Erklärung: "Aus dem geordneten Miteinander beider Ausprägungen des römischen Ritus erhofft der Heilige Vater einen Beitrag zur Überwindung von Spaltungen in der Kirche und zu einem tieferen Schöpfen aus den Quellen des Christus-Mysteriums". Das "Motu proprio" des Papstes sei auch eine "Einladung" zu einem "offeneren Umgang mit dem Latein als der Muttersprache der römischen Liturgie". Ein genereller Verzicht auf dieses Erbe würde Kirche und Gesellschaft "kulturell, aber auch spirituell ärmer machen.
Im Blick auf Österreich sehen die Bischöfe das "Motu proprio" als einen "Impuls, die Liebe zur Eucharistie und zu den anderen Sakramenten allseits zu stärken und das darauf bezogene Glaubenswissen zu vermehren". Diesbezüglich gebe es in Österreich wie in vielen anderen Ländern "große Defizite, deren Abbau geduldige Bemühungen erfordert". Zugleich weisen die Bischöfe eine "generell abwertende Kritik an der liturgischen Praxis" der Gemeinden als ungerechtfertigt zurück: "Vielerorts wird eine sehr lebendige Liturgie getreu der kirchlichen Ordnung und beseelt durch Heiligkeit und sakrale Würde gefeiert". Freilich habe es auch "eigenmächtige Veränderungen und Banalisierungen" gegeben und es gebe sie noch; diese müssten durch "Treue zur verbindlichen Ordnung der Kirche" und durch "Offenheit für den Reichtum der Tradition und des heutigen weltkirchlichen Lebens" überwunden werden, betonen Schönborn, Kapellari und Kothgasser.
Offene Fragen im Zusammenhang mit dem "Motu Proprio" müssten offen behandelt werden. "Zwang und Streit bezogen auf das Heiligste, das uns anvertraut ist, darf sich niemand gestatten", wird in der Erklärung betont: "Wir brauchen ein Miteinander in Wahrheit und Liebe". Die Bischöfe ersuchen die Gläubigen, die Texte des Papstes und auch den Konzilstext über die Liturgie genau zu lesen "und so den Weg in die Mitte und Tiefe des Christus-Mysteriums offen zu halten".