Trauer um Opfer der Pilgerbus-Katastrophe in Frankreich
Paris-Warschau, 23.7.07 (KAP) In Polen herrscht Trauer um die Opfer des Busunglücks in Frankreich, bei dem 26 polnische Pilger ums Leben kamen. Der Pilgerbus war auf einer steilen Gebirgsstraße in den französischen Alpen in eine Schlucht gestürzt und hatte Feuer gefangen. Das Unglück ereignete sich im Val d'Isere unweit von Grenoble. Der französische Präsident Nicholas Sarkozy und sein polnischer Kollege Lech Kaczynski besuchten am Sonntag in Grenoble verletzte Überlebende des Unfalls im Krankenhaus und gedachten am Unglücksort der Toten.
Die polnischen Pilger kamen am Morgen aus dem Wallfahrtsort Notre-Dame-de-la-Salette. Nahe der Ortschaft Vizille versagten nach Angaben der Feuerwehr vermutlich die Bremsen. Der polnische Bus kam Augenzeugen zufolge in einer scharfen Kurve von der Fahrbahn ab, durchbrach eine Leitplanke, stürzte 20 Meter tief ans Ufer eines tosenden Gebirgsstroms und brannte völlig aus.
Die Pilger stammten aus dem Umkreis von Szczecin (Stettin). Die meisten waren im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, doch befanden sich auch einige jüngere Fahrgäste unter ihnen, darunter drei Kinder. Das polnische Außenministerium gab die Zahl der Pilger mit 51 an. Sie waren auf einer zweiwöchigen Reise zu den großen Wallfahrtsorten in Portugal, Spanien und Frankreich. Der Bus sei erst vor drei Wochen einer technischen Überprüfung in Deutschland unterzogen worden, sagte der Busunternehmer Marcin Szklarski in einem TV-Interview. Dabei hätten sich keine Mängel ergeben.
Auf der Unfallstrecke gibt es über acht Kilometer hinweg starkes Gefälle von durchschnittlich zwölf Prozent. Die Straße ist für Busse ohne Sondergenehmigung gesperrt, seit sich dort 1973 schon einmal ein schweres Busunglück ereignet hatte. Damals kamen 43 belgische Pilger ums Leben. Der Bus mit den polnischen Pilgern hatte keine Sondergenehmigung. Warum er sich dennoch auf dieser Route befand, war zunächst unklar. (forts mgl)