"Salzburger Hochschulwochen" 2007 eröffnet
Salzburg, 30.7.07 (KAP) "Die Erotik der Macht strahlt in alle unsere gesellschaftlichen Wirklichkeiten. Sie besitzt einen verführerischen Ton", sagte Erzbischof Alois Kothgasser am Montag bei der Eröffnung der 76. "Salzburger Hochschulwochen". Die Illusion der Verfügungsmacht über alles und jeden, "also totale Macht", habe die Menschheitsgeschichte auf besondere Weise geprägt und immer wieder neue Unheilsgeschichten ausgelöst. Die Faszination der Allmacht Gottes verführe vorgeblich "religiös" inspirierte Terroristen dazu, den eigenen "Willen zur Macht" mit dem Willen Gottes zu verwechseln.
Dennoch sei Macht eine unausweichliche Größe: "Man muss an die Macht kommen, um angesichts der anstehenden globalen Probleme Lösungen zu finden". Doch wer "der Macht um ihrer selbst willen folgt, ist ihr bereits verfallen", betonte der Erzbischof. Deutlich mache dies totaler Machtverlust: "Er hinterlässt eine existenzielle Leere".
Eine "irritierend andere Qualität" nehme Macht an, "wenn sie in den Evangelien mit Jesus von Nazareth verbunden wird". Die "Macht" der ökonomisch und politisch ohnmächtigen Armut bestehe in der Fähigkeit, eine Gegenmacht zu bilden. Sie ziele auf die Revolution der Lebensverhältnisse, auf die Teilung der Lebensressourcen. "Die Macht, die Jesus hat, ist Vollmacht, weil sie nicht aus der Selbstermächtigung der eigenen Interessen stammt", sagte Kothgasser.
Bei den diesjährigen "Salzburger Hochschulwochen" werden "Macht und Ohnmacht ausgehend von den verschiedensten gesellschaftlichen Realitäten und im Augenmaß unterschiedlicher Wissenschaften durchgemustert", sagte Prof. Gregor Maria Hoff, der Obmann des Direktoriums der Salzburger Hochschulwochen, bei der Eröffnung der Tagung: "Die Salzburger Hochschulwochen 2007 stellen sich die Frage, mit welcher Macht welche Mächte auf uns zugreifen - und inwiefern diese ihrerseits Signaturen von Ohnmacht tragen".