Für "Globalisierung der Solidarität"
Wien, 9.4.06 (KAP) "Wir müssen die Globalisierung der Solidarität vorantreiben", betonte der Präsident der "Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes" (ComECE), der Rotterdamer Bischof Adrianus van Luyn, bei einem Arbeitsgespräch mit dem Generalsekretär des Wiener Außenministeriums, Hans Kyrle. Van Luyn war in Wien mit führenden Repräsentanten des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) zusammengetroffen, um eine gemeinsame bischöfliche Strategie im Hinblick auf den bevorstehenden EU-Lateinamerika-Gipfel von 11. bis 13. Mai in der österreichischen Bundeshauptstadt auszuarbeiten. Das von den Bischöfen erarbeitete Dokument - eine "Botschaft der Episkopate an den Gipfel" - wurde an Kyrle übergeben.
Wenn es zwischen der Europäischen Union und Lateinamerika zu Vereinbarungen komme, müsse man die "Asymmetrie der Gesellschaften" in beiden Regionen und die Auswirkungen auf die Armen mitbedenken, betonte der venezolanische Erzbischof Baltazar Enrique Porras Cardozo. Der Bischof nahm damit auch auf die Einhaltung sozialer Mindeststandards durch Investoren aus dem EU-Raum Bezug.
Außenministerin Ursula Plassnik begrüßte in einer Presseerklärung die Kontaktaufnahme der europäischen und lateinamerikanischen Bischöfe im Hinblick auf den Mai-Gipfel. Der österreichischen Regierung sei sehr an einem "vertrauensvollen und tragfähigen Dialog" mit allen Kirchen und Religionsgemeinschaften gelegen. "Die Kirchen leisten einen herausragenden Einsatz für Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit", so Plassnik wörtlich. (ende)