"FSJ": Kompetenzstreit ist "lächerlich"
Wien, 31.7.07 (KAP) Deutliche Worte zum derzeitigen Kompetenzstreit um die finanzielle Förderung des "Freiwilligen Sozialen Jahres" (FSJ) fand Caritas-Präsident Küberl am Dienstag im Gespräch mit "Kathpress": Es sei "lächerlich", so Küberl, dass sich "eine so große Koalition mit einem so kleinen Problem so schwer tut". Aus diesem Grund richtete Küberl den "dringenden Appell" an die zuständigen Minister sowie an den Bundeskanzler, die offenen Fragen zu klären. Es genüge die "Änderung eines Federstrichs" am Familienbeihilfegesetz, so Küberl, um den Familien jener jungen Menschen, die ein FSJ absolvieren, den weiteren Bezug der Familienbeihilfe zu ermöglichen. Die derzeit übliche Streichung der Familienbeihilfe sei unverständlich, so der Caritas-Präsident, da beispielsweise im Falle der Arbeitslosigkeit die Familienbeihilfe anstandslos fortgezahlt werde. Soziales Engagement dürfe nicht mit finanziellen Nachteilen bestraft werden.
Derzeit erhalten die Jugendlichen für ihre Tätigkeit ein Taschengeld von 168 Euro. Außerdem sind sie für die Zeit des Einsatzes umfassend sozialversichert. Weil sie aber keine Familienbeihilfe während des Einsatzjahres erhalten, wurde seitens des Sozialministeriums für das Einsatzjahr 2006/2007 erstmals im Wege einer Sonderrichtlinie eine Ersatzleistung entworfen. Die Trägervereine erhalten eine Sonderförderung, um damit den Teilnehmern des Freiwilligen sozialen Dienstjahres monatlich eine weitere Zusatzzahlung von 150 Euro als Ersatz für die Familienbeihilfe überweisen zu können. Diese Sonderrichtlinie läuft allerdings mit 31. Juli aus. Sozialminister Buchinger und Familienministerin Kdolsky spielen sich nun gegenseitig den Ball zu, wer die Förderung in Zukunft auszahlen soll.
Mit 31. Juli 2007 beenden rund 200 junge Menschen ihren Einsatz im Rahmen des FSJ. Sie engagierten sich im Einsatz für Kinder, Jugendliche, Behinderte und Senioren. Weitere 80 junge Österreicher absolvierten einen diakonischen Einsatz. Auch in Vorarlberg waren rund 80 Jugendliche im Einsatz. Insgesamt haben in den vergangenen zehn Jahren knapp 2.500 junge Menschen ein freiwilliges soziales Dienstjahr absolviert.
Insgesamt lobte Küberl die Möglichkeit zur Absolvierung eines "Freiwilligen Sozialen Jahres" als "gute Möglichkeit für junge Menschen, soziale Erfahrungen zu sammeln und der Gesellschaft einen wertvollen Dienst zu erweisen".