Kath. Familienverband spricht sich für "Papa-Monat" aus
Wien, 7.8.07 (KAP) Grundsätzlich positiv hat sich nun auch der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ) zu Sozialminister Erwin Buchingers Vorschlag eines "Papa-Monats" geäußert. "Jede Maßnahme, die Anreize zu einem partnerschaftlichen Verhalten in der Familie schafft, ist zu begrüßen", so KFÖ-Präsident Johannes Fenz in einer Presseaussendung.
Solange der "Papa-Monat" ein Recht und keine Verpflichtung darstellt, spreche einiges für dessen Einführung, so Fenz. Er kann sich vorstellen, dass ein "Papa-Monat" mit dazu beitragen könnte, die starren Rollenbilder weiter aufzubrechen, die Väter könnten dann eine aktivere Rolle im Leben ihrer Kinder einnehmen.
Die meisten Kollektivverträge würden bei der Geburt eines Kindes ein bis zwei Tage Arbeitsfreistellung für die Väter vorsehen. Fenz: "Das ist in vielen Fällen wahrscheinlich nicht ausreichend". Aus zahlreichen Studien über Depressionen nach der Geburt wisse man, dass sich viele Frauen überfordert fühlten und Sorge hätten, dass ihnen alles zu viel werden kann. In diesen Fällen wäre die Anwesenheit des Vaters eine große Unterstützung.
Trotzdem möchte Fenz den "Papa-Monat" nicht ausschließlich auf die vier Wochen nach der Geburt beschränkt wissen. "Mir schwebt hier eine viel flexiblere Regelung vor", so der KFÖ-Präsident. Er könne sich vorstellen, bei Geburt eines Kindes grundsätzlich die Möglichkeit einer 20-tägigen Arbeitsfreistellung zu schaffen. "Diese 20 Tage sollten dann nicht auf vier Wochen nach der Geburt beschränkt sein, sondern könnten beispielsweise im Verlauf eines halben Jahres bei Bedarf und einzeln genommen werden", so der Vorschlag von Fenz.
Zuletzt hatte sich auch die Katholische Männerbewegung Österreich (KMB) grundsätzlich positiv zum Buchinger-Vorschlag geäußert. Der Sozialminister hatte im ORF erklärt, er wolle bis zu 40 Prozent der Väter in die Erziehungsarbeit in den ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes miteinbeziehen. Diese "Auszeit" solle vier bis acht Wochen dauern, die Abgeltung könne in etwa in der Höhe des Kindergeldes liegen - also zwischen 400 und 800 Euro. Auch ein Kündigungsschutz müsste enthalten sein, so der Minister. Die Finanzierung sollte laut Buchinger durch die öffentliche Hand erfolgen. Eine Verpflichtung dafür soll es nicht geben.
Umsetzen wolle er diese Idee noch innerhalb dieser Legislaturperiode. Allerdings hatte der Koalitionspartner ÖVP umgehend ablehnend Stellung genommen.