Freiwilliges Soziales Jahr: Finanzierung vorläufig gesichert
Wien, 8.8.07 (KAP) Caritas-Präsident Franz Küberl ist über die am Mittwoch erzielte Einigung von SPÖ und ÖVP zur Finanzierung des Freiwilligen Sozialen Jahres erfreut. Die beiden Koalitionsparteien haben sich am Mittwoch darauf verständigt, dass die bisherige Übergangsregelung bis Mitte 2009 verlängert wird. Demnach wird der Zuschuss für die Jugendlichen wie auch schon bisher aus dem Budget des Sozialministeriums finanziert. Für den Rest der Legislaturperiode (also de facto bis August 2010) wird man laut Finanzminister Wilhelm Molterer im Rahmen der Budgetverhandlungen für 2009 und 2010 eine Finanzierungsvariante finden.
Derzeit erhalten die Jugendlichen für ihre Tätigkeit im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres ein Taschengeld von 168 Euro monatlich. Außerdem sind sie für die Zeit des Einsatzes umfassend sozialversichert. Weil sie aber keine Familienbeihilfe während des Einsatzjahres erhalten, wurde seitens des Sozialministeriums für das Einsatzjahr 2006/2007 erstmals im Wege einer Sonderrichtlinie eine Ersatzleistung entworfen. Die Trägervereine erhalten eine Sonderförderung, um damit den Teilnehmern des Freiwilligen Sozialen Dienstjahres monatlich eine weitere Zusatzzahlung von 150 Euro als Ersatz für die Familienbeihilfe überweisen zu können. Diese Sonderrichtlinie war allerdings vorerst mit 31. Juli ausgelaufen. Sozialminister Erwin Buchinger und Familienministerin Andrea Kdolsky hatten sich in den vergangenen Tagen gegenseitig den Ball zugespielt, wer die Förderung in Zukunft auszahlen soll.
Caritas-Präsident Küberl sprach in seiner Presseaussendung vom Mittwoch von einem "erfreulichen Etappenziel". Es könne nicht sein, so Küberl, dass "Machtspiele und Kompetenzstreitigkeiten auf dem Rücken von sozial engagierten, jungen Menschen ausgetragen werden". Er gehe davon aus, "dass die große Koalition für diese kleine Frage eine nachhaltige Lösung finden wird, die junge Mädchen und Burschen zu sozialem Engagement motiviert und nicht davon abhält".
Zugleich plädierte Küberl abermals für eine rasche gesetzliche Regelung: "Es braucht eine rechtliche Basis für das Sozialjahr. Mit deren Ausarbeitung muss sofort begonnen werden, damit wir nicht in der Zukunft das gleiche Theater haben wie jetzt". Immerhin seien Jugendliche, die sich ein Jahr voll und ganz für andere einsetzen, ein "leuchtendes Vorbild an Mitmenschlichkeit", so Küberl. Denn: "Freiwillige sind das Bindemittel unserer Gesellschaft. Vor allem jungen Menschen dürfen hier keine Prügel in den Weg gelegt werden". Die Jugendlichen selbst würden in dem einen Jahr viele wertvolle Erfahrungen sammeln: "Nicht wenige entscheiden sich später für einen Sozialberuf, etwa im Pflegebereich", nannte der Caritas-Präsident einen weiteren positiven Effekt des Freiwilligen Sozialen Jahres.