Jägerstätter-Symposion am Todestag des Märtyrers
Linz, 9.8.07 (KAP) Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer hat im Blick auf die bevorstehende Seligsprechung Franz Jägerstätters betont, es gehe um die Überwindung der "falschen Logik" von Neid, Konkurrenz, Hass. Scheuer äußerte sich bei einem Symposion in Ostermiething (Oberösterreich) aus Anlass des Jahrestages der Hinrichtung von Franz Jägerstätter vor 64 Jahren - am 9. August 1943 - in Brandenburg. Den Hauptvortrag hielt der Innsbrucker Dogmatiker Prof. Roman Siebenrock.
Prof. Siebenrock erläuterte Grundzüge einer modernen Theologie des Martyriums. Als Märtyrer könne nur ein Blutzeuge bezeichnet werden, der einen gewaltsamen Tod erlitten habe, wobei die Ursache dafür die Lebenshingabe aus dem Glauben sei. Jedes Martyrium stehe in Kontakt zur Passionsgeschichte Jesu und sei immer Gnade, nicht selbstinszeniert, selbst gesucht oder eigenwillige Tat. Ein Martyrium sei immer gebunden an den Willen Gottes: "Die Allmacht Gottes kommt nur in der Ohmacht seiner Zeugen zum Ausdruck, in ihrer Verletzbarkeit und Entäußerung".
Scheuer erzählte von einer Eucharistiefeier mit Franziska Jägerstätter, bei der sie die Fürbitte vorgebracht habe, "dass sich die Menschen über die Seligsprechung freuen können". Es sei so, dass Selige "uns helfen, in der Spur des Evangeliums zu bleiben", so der Bischof.
Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz stellte den Teilnehmern des Jägerstätter-Gedenktages die wichtigsten Elemente der Seligsprechung vor. Fest stehe, dass der 21. Mai, der Tauftag von Franz Jägerstätter immer als Gedenktag gefeiert werde. Mit den beiden Diözesanbischöfen Ludwig Schwarz und Manfred Scheuer nahmen auch Altbischof Maximilian Aichern und Weihbischof Franz Scharl an der Gedenkfeier teil.