Kein Treffen zwischen Papst und Aleksij II. in Sicht
Vatikanstadt, 16.8.07 (KAP) Für ein Treffen zwischen dem Moskauer Patriarchen Aleksij II. und Papst Benedikt XVI. sind laut Kardinal Roger Etchegaray weder Ort noch Datum in Sicht. Eine solche Begegnung müsse gut vorbereitet sein und dürfe kein bloßes Medienspektakel werden, sagte Etchegaray in einem telefonischen Interview mit "Radio Vatikan" aus Moskau am Mittwoch. Der 84-jährige Kardinal und krisenerfahrene Diplomat war zur Zehn--Jahres-Feier der katholischen Kathedrale von Nowosibirsk nach Russland gereist und hatte zuvor in Moskau Patriarch Aleksij II. eine persönliche Botschaft des Papstes überbracht. Diese Tatsache löste weltweite Medienspekulationen aus; es wurde vermutet, der eigentliche Auftrag und Zweck der Russland-Reise Etchegarays sei es, eine Begegnung zwischen Aleksij II. und Benedikt II. vorzubereiten.
Etchegaray sagte, sowohl Aleksij II. als auch Benedikt XVI. hofften "aufrichtig und brennend" auf eine ökumenische Begegnung. Diese müsse sich nach dem Willen beider jedoch "unter den klarsten Bedingungen der Wahrheit" vollziehen. Die Dinge würden in der Öffentlichkeit oft etwas aufgebauscht, vereinfacht dargestellt oder idealisiert. Tatsächlich handle es sich um "komplexe Verhältnisse", betonte der Kardinal.
Seine Unterredung mit Aleksij II. charakterisierte Etchegaray als lange und freundschaftlich. Der Patriarch habe die Botschaft des Papstes mit großer Wertschätzung aufgenommen. Weiter habe der Patriarch zahlreiche neue Initiativen zwischen Katholiken und Orthodoxen in Russland benannt.
Etchegaray betonte weiter, der Patriarch und er seien "alte Freunde". In den vergangenen 30 Jahren hätten sie oft in Europafragen zusammengearbeitet. Allein 2006 sei er zwei Mal zu Besuch im Moskauer Danielskloster gewesen, wo der Patriarch seinen Sitz hat. Unter anderem habe ihn Aleksij II. persönlich zum Jahrestag seiner Wahl als Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche eingeladen.