Embryonenforschung erweist sich als "Holzweg"
Wien, 17.8.07 (KAP) Die ethisch nicht vertretbare Forschung mit embryonalen Stammzellen erweist sich immer mehr als "Holzweg". Dies betonte der Generalsekretärin der "Aktion Leben"-Österreich, Martina Kronthaler, am Freitag. Die Zeit der überzogenen Erwartungen in die biomedizinischen Anwendungen der Embryonenforschung sei offensichtlich vorbei. Die Forschung mit adulten Stammzellen berechtige dagegen weiterhin zu großen Hoffnungen. Die "Aktion Leben" fordere ein eindeutiges Verbot der embryonalen Stammzellenforschung und der Präimplantationsdiagnostik.
Martina Kronthaler erinnerte daran, dass der Miterfinder des Klonschafes Dolly, Alan Colman, jüngst mit Versuchen gescheitert ist, embryonale Stammzellen für die Behandlung von Diabetes einzusetzen. Ebenso sei es ihm und seinem Team misslungen, embryonale Stammzellen zur Reparatur eines geschädigten Herzmuskels zu züchten. Zuletzt habe auch der österreichische Genetiker Prof. Markus Hengstschläger eine negative Bilanz über die embryonale Stammzellenforschung gezogen: "Bis heute gibt es keine einzige Therapie, die sich embryonaler Stammzellen bedient".
Hengstschläger habe seine Bedenken gegen das Forschungsklonen zuletzt in einem Interview mit der "Ärzte Woche" betont, erinnerte Martina Kronthaler. Wörtlich stellte der Forscher in dem Interview fest: "Für mich zum Beispiel ist die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle der Beginn individuellen schützenswerten menschlichen Lebens, weil das die stärkste biologische Zäsur in der Embryonalentwicklung darstellt". Die "Aktion Leben" begrüße diese klaren Aussagen Hengstschlägers. Ausgehend von dieser Überzeugung vom Beginn menschlichen Lebens habe die "Aktion Leben" die embryonale Stammzellenforschung und das Forschungsklonen stets klar abgelehnt.
Auch die Befürworter der Präimplantationsdiagnostik (PID) seien jüngst um eine Illusion ärmer geworden, erinnerte die "Aktion Leben"-Generalsekretärin: Kürzlich führte eine große Multicenter-Studie den Beweis, dass die Untersuchung des Embryos vor dem Einsetzen in die Gebärmutter die Schwangerschaftsrate nicht erhöht, sondern sie im Gegenteil sogar etwas verringert. Dass die PID die Chance auf eine Schwangerschaft erhöht, war bislang stets einHauptargument der Befürworter gewesen.
"All diese Entwicklungen bestärken uns darin, den Gesetzgeber erneut aufzufordern, die embryonale Stammzellenforschung ausdrücklich zu verbieten", betonte Martina Kronthaler: "Stattdessen sollte die ethisch unbedenkliche Forschung an adulten Stammzellen gefördert werden, für die kein embryonaler Mensch vernichtet werden muss". Ebenso fordere die "Aktion Leben", das Klonen von Menschen - egal zu welchem Zweck - eindeutig zu verbieten und die Präimplantationsdiagnostik nicht zu erlauben. "Die österreichische Gesetzeslage ist in diesen Punkten nicht klar genug", so die "Aktion Leben"-Generalsekretärin. Darüber hinaus appelliere die "Aktion Leben" an die österreichische Bundesregierung, auch in Zukunft auf EU-Ebene gegen verbrauchende Embryonenforschung aufzutreten.
