Salzburg: Provokante "Kreuzigungsperformance" abgesagt
Salzburg, 11.6.04 (KAP) Die für Karfreitag in Salzburg vorgesehene "Kreuzigungsperformance" wurde von den Veranstaltern, der "ArgeKultur", am Dienstag abgesagt. Begründet wurde der Verzicht auf die provokante Kunstaktion mit "vehementen Drohungen gegen die Organisatoren und Künstler". Unter dem Titel "ER-Lösung?" sollte eine "Prozession" mit der umstrittenen polnischen Künstlerin Dorota Nieznalska durch die Salzburger Altstadt ziehen. Zum Abschluss sollte Dorota Nieznalska nackt ans Kreuz gebunden werden, als Hinweis auf den Umgang mit dem Opfer in der heutigen Zeit. Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, die Katholische Aktion der Erzdiözese Salzburg und der Zweite Landtagspräsident Michael Neureiter hatten heftige Kritik an der "Performance am Karfreitag" geübt.
Der Grund für die Absage seien aber weder die Sorge vor Anzeige noch Befürchtungen wegen Kürzung der Subvention gewesen, betonte Marcus Hank von der "ArgeKultur", sondern die vehementen Drohungen. Unter diesen Umständen habe man Angriffe auf Darsteller und Zuschauer bei der "Performance" befürchtet. "Seit Tagen" hätten er selbst, andere "ArgeKultur"-Mitarbeiter und die polnische Künstlerin Dorota Nieznalska Drohungen per Mail und Telefon erhalten, sagte Hank. In den Drohungen sei ganz offen von "physischer Gewalt" die Rede gewesen.
Die Ausdrucksweise Hanks in seiner Presseaussendung hat in kirchlichen Kreisen Salzburgs für Unmut gesorgt. U.a. war in dieser Aussendung wörtlich von "pöbelnden und drohenden Mobs von selbsternannten 'Christen'" die Rede. "Man kan nicht alles in einen Topf werfen, auch wenn es einem ins Konzept passt", wurde zur Methode Hanks festgestellt, die besonnenen Stellungnahmen des Erzbischofs, der Katholischen Aktion und Michael Neureiters mit "irgendwelchen Auslassungen von Internet-Surfern" über einen Leisten zu schlagen.