Klimaschutz: "Auch Kirchen sind gefordert"
Wien, 29.8.07 (KAP) Die christlichen Kirchen sollen beim Thema Klimawandel Druck auf die Regierungen ausüben und selbst mit gutem Beispiel vorangehen: Das forderte die Gründerin und Vorsitzende der christlichen Umweltschutzorganisation "Arge Schöpfungsverantwortung", Isolde Schönstein, am Mittwoch anlässlich der gerade in Wien stattfindenden UN-Klimakonferenz. Rund 1.000 Fachleute aus 150 Ländern verhandeln dabei über Klimaschutzmaßnahmen nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012. Den christlichen Kirchen gehöre immerhin ein Drittel der Menschheit an, so Schönstein. Deshalb müssten die Verantwortlichen der Kirchen in entscheidenden Zukunftsfragen wie dem Umweltschutz eine eindeutige Position beziehen und als Partner auftreten. "Das heißt aber auch, dass man selbst das tut, was notwendig ist und es nicht bei moralischen Appellen belässt", forderte die "Umwelt-Pionierin".
Ökologische Themen seien von eminenter Wichtigkeit - gerade für Christen, betonte Isolde Schönstein: "Es geht hier um das fünfte Gebot, Unterlassungen beim Umweltschutz sind ein Angriff auf das Leben". Es gebe Zusammenhänge, an die kaum jemand denke: So würden sich z.B. Autoabgase auf der Uterusschleimhaut festsetzen und zu Fehlgeburten führen. Das dürfe man in der Kirche, die so viel Wert auf Lebensschutz setze, nicht ausblenden.
Es gebe zwei mutmaßliche Hauptverursacher für die Klimaveränderungen: Zum einen Verkehr und Industrie, für die ein Großteil der fossilen Energieträger aufgebraucht werde, und zum anderen die ungebremst voranschreitende Abholzung des Regenwaldes, der die Funktion einer "Lunge" habe.