Wien: Konzert zu Ehren von Papst Benedikt XVI.
Wien, 30.8.07 (KAP) Mit einem "Konzert zu Ehren von Papst Benedikt XVI." in der Wiener Karlskirche beginnt bereits am Sonntag, 2. September, das musikalische Programm, das den Papst dann wenige Tage später auf seinen Besuchsstationen in Wien begleiten wird.
Auf dem Programm steht in der Karlskirche ab 19 Uhr die "Mariazeller Messe" von Joseph Haydn sowie sein "Te Deum für die Kaiserin". Ausführende der konzertanten Aufführung sind Solisten, Chor und Orchester des "Borromeo Consort" unter der Leitung des Wiener Dommusikus Thomas Dolezal. Er wird auch jeweils in die Werke einführen.
Die Schirmherrschaft über das Konzert hat der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat übernommen. Er wird auch selbst dem Konzert beiwohnen, das von der der Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Wien und der Industriellenvereinigung veranstaltet wird. Der Eintritt ist frei.
"Wir grüßen dich, Papst Benedikt"
"Der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Österreich wird auch musikalisch ein Erlebnis werden", ist Dolezal überzeugt, der für die Gesamtkonzeption des Programms verantwortlich ist.
Papst Benedikt XVI. wird auf dem Flughafen Wien-Schwechat bei seiner Ankunft gegen 11.15 Uhr nicht nur von der Gardemusik des Militärkommandos Wien, sondern auch von den Kindern der Volksschule "St. Franziskus" in Wien-Landstraße begrüßt. Sie werden dem Papst das Lied "Wir grüßen dich, Papst Benedikt" singen, das von Dolezal eigens komponiert wird.
Während auf dem Flughafen alle gespannt auf die Ankunft von Papst Benedikt XVI. warten, beginnt auf dem Platz Am Hof bereits um 10 Uhr ein buntes Vorprogramm mit einigen musikalischen Leckerbissen. Es spielen und singen die Musikgruppe der Gemeinschaft "Emmanuel" sowie Chor und Bläser von "Ars Musica". Bei seiner Ankunft auf dem Platz wird der Papst dann mit der von Thomas Dolezal neu komponierten "Benedikt-Intrada" der Bläser begrüßt, sein Eintritt in die Kirche Am Hof wird von der Komposition "Tu es Petrus" des Tiroler Franziskanerpaters Peter Singer für Bass-Solo und Orchester begleitet. Tausende Jugendliche werden weiters das Weltjugendtagslied "Jesus Christ, you are my life" singen.
Im Inneren der Kirche Am Hof gestaltet der "Haydn-Chor" der Pfarre Gumpendorf den Gottesdienst mit Musik von Franz Schubert ("Tantum ergo"), Wolfgang Amadeus Mozart ("Ave verum corpus") sowie dem Lied "Adoramus te", einer Neuschöpfung für den Papstbesuch.
Der "Haydn-Chor" ist einer der bekanntesten klassischen Kirchenmusik-Chöre und Pflegestätte der traditionellen Wiener Kirchenmusik. In Gumpendorf hatte einst Joseph Haydn seine letzten Lebensjahre verbracht, hier entstanden seine letzten großen Werke.
Nach der Eröffnung des Eucharistischen Gebetes durch Papst Benedikt wird die Anbetung in der Kirche Am Hof fast zwanzig Stunden hindurch fortgeführt. Durchgehend gibt es dabei auch die Möglichkeit zum Entzünden eines Gebetslichtes und zur Beichte.
Im Stundenrhythmus gestalten verschiedene Gruppen und Gemeinschaften der Erzdiözese Wien das Gebet in ihren je eigenen Stilen und Formen. Stilles Gebet erhält dabei breiten Raum, aber auch die Musik wird nicht zu kurz kommen.
Es erklingen u.a. Gregorianische Choralgesänge, Neue Geistliche Lieder, Musik der jüdischen Gebetstradition und Orgelmusik. Auch die klassische Kirchenmusik erhält besonderen Raum mit Werken von Haydn, Schubert und Mozart.
Stephansplatz und Dom
Am 9. September stehen Stephansdom und Stephansplatz schon ab 7 Uhr im Zeichen des Papstbesuches. Nach der gesungenen Laudes mit dem Wiener Bischofsvikar Karl Rühringer werden Chöre aus der Erzdiözese Wien auf dem Stephansplatz ein schwungvolles Vorprogramm bestreiten.
Bei seiner Ankunft im Erzbischöflichen Palais gegen 9.30 Uhr wird der Heilige Vater vom Festgeläut des Stephansdoms und mit Bläsermusik begrüßt. Während er sich in der Andreaskapelle auf den Gottesdienst vorbereitet, erklingen im Hof des Erzbischöflichen Palais Gregorianische Gesänge.
Zum Einzug in den Dom um 10 Uhr läutet die "Pummerin" und es erschallen Trompeten-Fanfaren von der Westfassade des Stephansdomes. Die musikalische Gestaltung der Messe selbst folgt der Form eines "klassischen Wiener Hochamts": Als komponiertes "Ordinarium Missae" ist die "Mariazeller Messe" von Joseph Haydn zu hören, dazu Orgelmusik und Gregorianik, aber auch vielfältige Formen des Volksgesangs. Zum Auszug ertönt der Schlusschor aus der "Schöpfung" von Haydn. Es singt und spielt die Dommusik St. Stephan unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Landerer.
Joseph Haydn, dessen Geburtstag sich heuer zum 275. Mal jährt, war fast zehn Jahre lang am Stephansdom musikalisch tätig und erhielt hier seine Ausbildung. Haydns "Mariazeller-Messe" entstand 1782, also vor genau 225 Jahren und damit zeitgleich mit dem ersten Papst-Besuch (Pius VI.) in Österreich). Joseph Haydn, zeitlebens ein großer Marienverehrer, benannte die Messe selbst nach "Mariazell". Das Heiligtum war ihm sehr vertraut, schon als 18-jähriger hatte er eine Wallfahrt dorthin unternommen.
Nach dem Gottesdienst wird Papst Benedikt XVI. durch das Singertor auf den Stephansplatz zum Angelus-Gebet hinaus schreiten. Dieses Angelus-Gebet um 12 Uhr wird von der Gardemusik des Militärkommandos Wien gestaltet und mit der Bläser-Intrade "O Völkerhirt auf Petri Thron" eingeleitet. Nach der Ansprache des Papstes wird das Angelus-Gebet in Form des volkstümlichen Liedes "Der Engel des Herrn" gesungen.
Sogar für den päpstlichen Mittagstisch hat sich Dommusikus Dolezal eine Besonderheit einfallen lassen: Zum Abschluss des Essens gibt es ein "musikalisches Konfekt" mit einem "duftigen" Streichquartett von Wolfgang Amadeus Mozart.