"Große Freude über Jägerstätter-Seligsprechung"
Linz-Vatikanstadt, 2.9.07 (KAP) Im Hinblick auf die Seligsprechung des Märtyrers und Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter am Nationalfeiertag, 26. Oktober, gebe es in ganz Österreich "eine freudige Stimmung". Dies betonte der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz im Gespräch mit "Radio Vatikan". Nur "ganz vereinzelt" habe es kritische Äußerungen gegeben. Schwarz hat in den vergangenen Tagen mit den verantwortlichen Stellen im Vatikan die letzten Details für die Feier am 26. Oktober besprochen, so etwa die Lieder und Gebete beim feierlichen Gottesdienst.
Im Gespräch mit "Radio Vatikan" würdigte der Bischof die "zeitlose Botschaft", die Jägerstätter mit seinem Verhalten den Katholiken von heute übermittelt: "Bei Franz Jägerstätter geht es um eine Gewissensentscheidung nach dem Evangelium und den Geboten Gottes, die beispielhaft und zeitlos gültig ist. Er hatte den Mut, damals dem menschenverachtenden nationalsozialistischen Regime 'Nein' zu sagen". Jägerstätter sei überzeugt gewesen, dass es sich um "ungerechte Kriege" gehandelt habe, bei denen schuldlose Menschen getötet werden: "Obwohl er wusste, welche Konsequenzen seine Weigerung zum Dienst mit der Waffe haben musste, hat er sich nach seinem Gewissen entschieden, und das bedeutete dann Gefängnis, Transport nach Berlin, Prozess und Hinrichtung".
Das Verfahren zur Seligsprechung Franz Jägerstätters war verhältnismäßig kurz: Die Diözese Linz hatte es vor zehn Jahren aufgenommen. Im Juni bestätigte der Vatikan offiziell das Martyrium des oberösterreichischen Bauern, der 1943 in Brandenburg an der Havel hingerichtet worden war. Die Seligsprechung wird in Vertretung des Papstes Kardinal Jose Saraiva Martins vornehmen, der Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation.