Sibiu ist "Zeichen für das Miteinander der Christen"
Wien, 4.9.07 (KAP) Die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV3) in Sibiu stellt ein "starkes Zeichen für das Miteinander der Christen in Europa dar": Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Montagabend bei der Verabschiedung der österreichischen Sibiu-Delegation am Westbahnhof. Die Botschaft Papst Benedikts XVI. an die Versammlung komme "von Herzen" und werde "sicher sehr inhaltsstark" sein, so Schönborn. Bei seinem jüngsten Besuch in Castel Gandolfo habe ihn der Papst mit den Worten begrüßt, er habe soeben seine Botschaft an die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung fertig gestellt, sagte der Wiener Erzbischof.
Eine "stärkere Konzentration auf die wesentlichen Aufgaben" in der Ökumene erhofft sich der evangelisch-lutherische Bischof Herwig Sturm von Sibiu. Es müsse betont werden, was die Christen in Europa zukünftig gemeinsam zu tun haben, sagte der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). Seine Vorgängerin, Oberin Christine Gleixner, wünscht sich von der Versammlung "zahlreiche Begegnungen in gegenseitiger Wertschätzung, Respekt und Offenheit". Angesichts der in jüngster Zeit erneut aufgebrochenen Differenzen müsse man sich "geduldig zeigen".
Der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura bezeichnet es als große Freude, dass die EÖV3 in einem mehrheitlich orthodoxen Land stattfindet. In Rumänien gebe es im Hinblick auf die EÖV3 "große Begeisterung und große Erwartungen".
Der syrisch-orthodoxe Chorbischof Emmanuel Aydin erwartet sich von Sibiu positive Impulse "weit über die konfessionellen Grenzen hinaus". Es gehe in Sibiu um Impulse "für den Nächsten, für Europa, für die ganze Welt", so Aydin.
Prof. Rudolf Prokschi, Ordinarius für Ostkirchenkunde an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, betonte die Bedeutung der Versammlung als "Weichenstellung für die Zukunft". Es sei begrüßenswert, dass Repräsentanten der christlichen Kirchen die Gelegenheit haben, die Spannungen innerhalb der Ökumene zu besprechen. Dabei gehe es jedoch weniger um Fachdiskussionen als vielmehr um das "eher atmosphärische Ziel" einer Annäherung.