Kärnten: Dialog mit Islam mit klarem Profil führen
Klagenfurt, 18.9.07 (KAP) Für einen Dialog mit dem Islam mit einem klaren Profil hat sich der Generalvikar der Diözese Gurk, Gerhard Christoph Kalidz, ausgesprochen. In der ORF-Hörfunksendung "Streitkultur" zum Thema "Bauverbot für Moscheen" am Montag wandte sich Kalidz ebenso gegen Agitation wie gegen falsch verstandene Toleranz und "Blauäugigkeit": "Der Weg der Kirche ist nicht der von Bauverboten, sondern jener der Stärkung des eigenen Profils und der eigenen Identität". Ein klares eigenes Profil der Christen sei Voraussetzung dafür, um ohne Angst, aber in Würde und Achtung den Dialog mit anders Glaubenden und anders Denkenden zu führen. Der Islam sei auch eine Rückfrage an jeden einzelnen Christen "nach dessen persönlichem Glaubensleben und Glaubenswissen".
Die Tatsache, dass der Islam in Österreich seit 1912 eine anerkannte Religionsgemeinschaft ist, regle auch den Bau von Gebetshäusern und Moscheen sowie den Religionsunterricht. Es sei klar, dass ein Gebet Räume brauche und auf der Basis der rechtlichen Grundlagen diese auch gebaut werden können. "Minarette und Moscheen sind dann kein Problem, wenn sie Orte des Gebetes und der Religionsausübung sind. Wenn aber ein Minarett als ein umgedrehtes Schwert Mohammeds gedeutet wird, ist dies nicht unproblematisch", so der Generalvikar. Der Staat habe die Aufgabe, genau zu prüfen, was in den Moscheen geschehe und was dort gepredigt werde. Auch im Bereich des islamischen Religionsunterrichtes sei genau zu prüfen, wer für die Zulassung der Religionslehrer zuständig sei und nach welchen Kriterien dies geschehe.
Katholische Aktion für ernsthaften Dialog
Unterdessen hat die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) im Zusammenhang mit den jüngsten Verhaftungen von Terrorverdächtigen vor "billigem Populismus in der politischen Diskussion" gewarnt. Konflikte dürften nicht bagatellisiert werden, man spreche sich jedoch entschieden gegen jegliche Form von Verhetzung und Radikalisierung aus, heißt es in einer Stellungnahme vom Dienstag.
Nach Auffassung der KAÖ kann es nicht darum gehen, von den muslimischen Bürgern "Anpassung" zu fordern, vielmehr gehe es um Integration unter Wahrung der religiösen und kulturellen Besonderheiten dieser Gemeinschaft.
Die KAÖ erinnert daran, dass die islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich seit fast hundert Jahren gesetzlich anerkannt ist und sich mehrmals eindeutig zur österreichischen Rechtsordnung bekannt hat. Die KAÖ befürwortet die Fortsetzung eines ernsthaften und offenen Dialogs mit dieser Gemeinschaft und unterstützt den Vorschlag eines überparteilichen runden Tisches. (ende)