Asyldebatte: Bischöfe schalten sich ein
Wien-Linz, 8.10.07 (KAP) Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz hat an die politischen Entscheidungsträger appelliert, im Zusammenhang mit den aktuellen Abschiebungen "ehrlichen Herzens eine menschliche Lösung zu finden". Wörtlich hieß es am Montag in einer Stellungnahme des Linzer Bischofs: "Wir verweisen Asylwerber von unserer Haustür und unterstützen sie auch zu wenig in ihrer eigenen Heimat. Wir verlangen von Flüchtlingen und Asylwerbern, sich zu integrieren, verweisen aber bestens Integrierte dann nach Jahren zermürbenden Wartens aus unserem Land, selbst wenn sich ganze Pfarren und Gemeinden, die mit ihnen zusammenleben, sich für sie einsetzen". Der Staat sei gefordert, so der Bischof, die Asylgesetze und deren Umsetzung rasch auf Menschlichkeit zu überprüfen, "denn es handelt sich hier nicht um Akten, sondern um Menschen".
Weil es noch immer "allzu viele Kriege und Konflikte" gibt, aber ebenso "wirtschaftliche Not herrscht, die keine Zukunftsperspektive bietet", würden Menschen ihre vertraute Heimat, ihre Kultur, ihre Familien und Freunde verlassen, erinnerte der Bischof. Es sei bei genauem Hinsehen beschämend, "dass wir als eines der reichsten Länder der Erde unsere eigenen Grenzen für Menschen in Not immer mehr verschließen". Zugleich bedauerte Schwarz, der auch Vorsitzender der a"Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO) ist, dass Österreich bis heute "meilenweit" von der Selbstverpflichtung entfernt sei, 0,7 Prozent des Bruttonationalprodukts für Entwicklungszusammenarbeit zu verwenden.