Petition für Bischof Kräutler in Wien übergeben
Wien, 9.10.07 (KAP) Eine Delegation österreichischer katholischer entwicklungspolitischer Organisationen hat am Dienstag in der brasilianischen Botschaft in Wien eine Petition übergeben, in der Schutz der Behörden für Bischof Dom Erwin Kräutler und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingefordert wird. "Wir haben kein Interesse, zu dieser Sache zu schweigen", sicherte der Charge d'affaires der momentan unbesetzten brasilianischen Botschaft, Eduardo da Costa Farias, die umgehende Weiterleitung der Petition an die zuständigen Stellen in Brasilia zu. Die katholische Kirche habe in Brasilien eine außerordentlich große Bedeutung. Die Petition werde umgehend schriftlich beantwortet werden.
Heinz Hödl, der Geschäftsführer der "Koordinierungsstelle der österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO), forderte eine Antwort bis zur nächsten Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz Anfang November. Das Anliegen sei dringlich, denn leider habe sich in der Vergangenheit immer wieder erwiesen, dass Morddrohungen im Umfeld Kräutlers auch wahr gemacht wurden, zuletzt im "bestürzenden Fall" der Ordensfrau Dorothy Stang, einer US-Staatsbürgerin. Die Mitarbeiterin Kräutlers fiel 2005 einem Revolverattentat zum Opfer, das von politisch und wirtschaftlich einflussreichen Personen am Rio Xingu bis ins kleinste Detail vorbereitet worden war.
Die energische Forderung Bischof Kräutlers, diesen Mord lückenlos aufzuklären und die Drahtzieher zur Verantwortung zu ziehen, dürfte eine der Ursachen für die Todesdrohungen gegen ihn sein. Der Kreis schließe sich, so die Unterzeichner der Petition: Ein dauerhafter Schutz des Lebens des "Bischofs vom Xingu" und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei nur dann gewährleistet, wenn man jene ausforsche und zur Rechenschaft ziehe, die ihn aus dem Weg haben wollen. Der Einsatz Kräutlers und der seinen für die "Excluidos" (die an den Rand Gedrängten) verärgere offensichtlich die Mächtigen. Der Vorsitzende der KOO, Diözesanbischof Ludwig Schwarz, verlieh seiner Sorge mit den Worten Ausdruck: "Wir sind eine Kirche! Wir können nicht hinnehmen, dass Schwestern und Brüder, die im Geiste Jesu für Mitmenschen eintreten, bedroht werden". (ende)