Für 30 Euro einem Menschen das Augenlicht schenken
Wien, 10.10.07 (KAP) Für eine Spende von nur 30 Euro kann einem Menschen das Augenlicht zurück gegeben werden. Darauf wies die Hilfsorganisation "Licht für die Welt" (früher: Christoffel-Blindenmission) aus Anlass des "Welttags des Augenlichts" hin. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit 37 Millionen Menschen von Blindheit betroffen, 90 Prozent davon leben in Entwicklungsländern. Jede zweite Erblindung ist dabei auf den "Grauen Star" (Katarakt) zurückzuführen, dessen operative Behandlung in westeuropäischen Ländern zu den häufigsten und unkompliziertesten Eingriffen zählt.
Wie Rupert Roniger, Geschäftsführer von "Licht für die Welt", bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien betonte, könne man angesichts dieser Zahlen von einer "humanitären Katastrophe" sprechen. In Entwicklungsländern bedeute Blindheit für die betroffenen Personen und ihre Familien ein "erhebliches Armutsrisiko". Für Alleinstehende könne diese Situation mitunter lebensgefährlich sein, so Roniger.
Unterstützt wird "Licht für die Welt" auch von Chris Lohner, die sich seit Jahren für die Organisation einsetzt und auf zahlreichen Reisen Hilfsprojekte insbesondere in Afrika besuchte. Es sei für sie "unvorstellbar, dass es Krankheiten gibt, die eigentlich nicht sein müssen", sagte Lohner angesichts der Tatsache, dass jede zweite Erblindung in Afrika auf den operablen "Grauen Star" zurückzuführen ist.
Inspiriert durch ihre Arbeit für "Licht für die Welt" hat Lohner außerdem das Hilfsprojekt "Hilfe, die passt" ins Leben gerufen. Dazu kauft sie in Afrika Stoffe von Frauen und lässt sie in Wien im Rahmen eines Projekts der "Volkshilfe" zu Kaftanen verarbeiten. Diese traditionellen afrikanischen Kleidungsstücke werden über ihre Website ("www.chrislohner.com") verkauft. 30 Euro pro verkauftem Kaftan gehen an "Licht für die Welt".
Bei der Pressekonferenz berichteten auch die Leiterin der Augenklinik am Wiener AKH, Prof. Ursula Schmidt-Erfurth, sowie Karl Rigal vom Wiener Hanusch-Krankenhaus über ihre Erfahrungen. Dabei wies Ursula Schmidt-Erfurth darauf hin, dass die Häufung der Star-Erkrankungen in den afrikanischen Ländern insbesondere auf die intensivere UV-Einstrahlung und den mangelnden Schutz davor zurückzuführen sei. Rigal verwies auf das Problem des Ärztemangels in Ländern des "Südens". So komme in einigen afrikanischen Ländern auf eine Million Einwohner nur ein Augenarzt.
Die konkrete Hilfe von "Licht für die Welt" erstrecke sich in weltweit 91 Projekten sowohl auf die Unterstützung bereits irreparabel erblindeter Menschen als auch auf die operative Behandlung, sagte Rupert Roniger. Schwerpunkte der Arbeit von "Licht für die Welt" liegen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Im vergangenen Jahr führte "Licht für die Welt" in Kooperation mit anderen Hilfsorganisationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO insgesamt rund 30.000 Star-Operationen durch und förderte rund 10.000 sehbehinderte Kinder. Aus Österreich beteiligen sich rund 150 Augenärzte an den Hilfsprojekten von "Licht für die Welt". Das letztjährige Spendenaufkommen für "Licht für die Welt" betrug in Österreich fast sieben Millionen Euro.
Im Rahmen der Pressekonferenz trat auch der blinde kenianische Weltklasse-Läufer Francis Thuo Karanja auf. Wie Karanja betonte, verstehe er sich als "Botschafter" der blinden Menschen in Afrika. Wörtlich sagte er: "Mein langer Lauf ins Licht soll blinden Menschen in aller Welt Mut und Hoffnung geben. Für 'Licht für die Welt' bin ich Botschafter, weil diese Hilfsorganisation augenkranken und blinden Menschen in Kenia das Augenlicht rettet". (Spenden: Kto. Nr. PSK 92.011.650, BLZ 60.000). (ende)