Nobelpreis für Al Gore: Christliche Umweltschützer erfreut
Wien, 13.10.07 (KAP) Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Al Gore und den UNO-Weltklimarat (IPCC) hat die Sprecherin der "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung", Isolde Schönstein, als positives Zeichen dafür bezeichnet, dass das Bewusstsein für den engen Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Friedenssicherung wächst. Christliche Umweltschützer würden sich über die Auszeichnung des früheren US-Vizepräsidenten und des UNO-Klimarates "sehr freuen", so Schönstein in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress". Sie zeige auch, dass ein Politiker couragiert und engagiert für ökologische Ziele eintreten kann - und dies in einer allgemein verständlichen Weise.
Gore habe sich gerade auch durch die "blendende Präsentation" seiner Anliegen durch Bücher, den ansprechenden (und "Oscar"-prämierten) Film "Eine unbequeme Wahrheit" und durch das weltumspannende "Live Earth"-Konzert große Verdienste um eine ökologische Sensibilisierung in den USA und darüber hinaus erworben, so Schönstein. Auch die "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" habe vielfach mit von Gore recherchiertem Datenmaterial argumentiert.
Religionen in Österreich machen Druck
Auch in Österreich soll der Klimaschutz stärker betont werden - unterstützt von den Religionsgemeinschaften. Sie wollen bei diesem Anliegen "Partner der Politik" sein, teilte Schönstein mit. Vertreter christlicher Kirchen, aber auch der österreichischen Muslime und Buddhisten sowie Fachleute der "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" hatten diese Woche mögliche Maßnahmen bei einem Treffen im "Lebensministerium" formuliert. An dem Gespräch nahmen Mitglieder der auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft eingerichteten "Interreligiösen Arbeitsgruppe Klima" teil: Bischofsvikar Nicolae Dura von der rumänisch-orthodoxen Kirche, Mechthild Eschhaus als Vertreterin der evangelischen Kirchen, Gumihiri Aytac von der muslimischen Gemeinschaft in Österreich und Johannes Kronika, Generalsekretär der Buddhistischen Religionsgemeinschaft; die "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" war u.a. durch ihre Sprecherin Schönstein vertreten.
Die Religionsvertreter unterstrichen die in allen Glaubensgemeinschaften aufgetragene Weltverantwortung, die gerade auch danach verlange, "Schöpfungsethik in die Tat umzusetzen", wie es in einer Aussendung hieß. Denn Klimaschutz sei letztlich "Lebensschutz" und im Sinne der Verantwortung für kommende Generationen unabdingbar. Die "Interreligiöse Arbeitsgruppe Klima" biete sich auch deshalb als Partner der Politik an, da sie einen Großteil der Bevölkerung erreiche und breites Bewusstsein für nachhaltiges Handeln schaffen könne.
Vorangegangen war ein gemeinsamer "Appell an die Politiker der Republik Österreich" im Februar 2007, in dem Christen, Muslime und Buddhisten Maßnahmen gegen den Klimawandel gefordert hatten. Darin hieß es, die fortschreitende globale Klimaerwärmung und die damit verbundenen Auswirkungen für die Umwelt würden alle Menschen "sowie alle Geschöpfe" betreffen. Deshalb richte man an die Politik die Forderung, "die für die notwendige 'Wende' im Energiebereich unabdingbaren gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen".
Auch beim jetzigen Treffen im "Lebensministerium" forderten die Religionsvertreter den Wunsch nach gesetzlichen Rahmenbedingungen für nachhaltige Energieformen und sanfte Mobilität. Vor "kurzfristig unpopulären Maßnahmen" sollten die verantwortliche Politiker nicht zurückschrecken, so der Appell. Für den Beginn des Jahres 2008 kündigte die "Interreligiöse Arbeitsgruppe Klima" eine Konferenz zum Klimaschutz im Wiener Rathaus an. (ende)