Journalismus braucht hohe soziale Verantwortung
Wien, 20.10.07 (KAP) 52 Absolventen der Katholischen Medienakademie (KMA) haben am Samstag im Rahmen eines Festakts und Symposions im Wiener Schottenstift ihre Zertifikate für die erfolgreiche Absolvierung des "Grundkurses Print" überreicht bekommen. Die Überreichung nahmen der Wiener Weihbischof Franz Scharl, der journalistische Leiter der KMA, Gerhard Weis, sowie KMA-Generalsekretär Gerhard Tschugguel vor. Der frühere ORF-Generalintendant Weis sprach von einer bewährten praxisorientierten Ausbildung, die die Studenten und Absolventen überdurchschnittlich auf den Berufseinstieg vorbereiten würde. Generalsekretär Tschugguel wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass einige der Absolventen auch bereits konkrete Angebote verschiedener Medien vorliegen hätten. Als besonderen Höhepunkt der journalistischen Ausbildung erinnerte Tschugguel an den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Österreich, bei dem die KMA-Studenten im Großeinsatz gewesen wären und sich bewährt hätten.
Die aktuellen KMA-Absolventen kommen aus allen österreichischen Bundesländern wie auch aus dem Ausland. Neben katholischen gibt es auch evangelische Absolventen sowie jeweils einen mit orthodoxem und mosaischem Bekenntnis. Tschugguel betonte in diesem Zusammenhang auch auf die ökumenische Ausrichtung der KMA. Einige der Studenten haben überdies auch eine Hörfunkausbildung absolviert.
Medienbischof Egon Kapellari, der auf Grund einer Erkrankung nicht persönlich anwesend sein konnte, übersandte den Absolventen seine Besten Wünsche für ihren weiteren journalistischen Berufsweg.
Fragen statt Antworten
Das Symposion im Rahmen der Zertifikatsverleihung stand unter dem Motto "Journalismus aus sozialer Verantwortung". Der ORF-Redakteur Walter Sonnleitner gab den angehenden Journalisten dabei mit auf den Weg, Informationen immer zu hinterfragen. Fragen seien wichtiger als vorschnelle Antworten und es gelte "zwischen Sein und Schein zu unterscheiden". Hart ging Sonnleitner als Fallbeispiel dabei mit der aktuellen Asyl- und Einwanderungsdebatte ins Gericht, "wo die Lüge vorherrscht". So sei etwa der jüngste Fall der 15-jährigen Arigona Zogaj eine "publizistische Show und Schande" sondergleichen gewesen. Sonnleitner sprach von "purem Aktionismus" und einem "naiven Pfarrer", der von "gewissenlosen Medienagitatoren missbraucht wurde".
Von der Schwierigkeit, christliche Vorstellungen und Werte zu realisieren und einen verantwortungsvollen Umgang mit Information zu pflegen, sprach auch der Industrielle und ehemalige VP-Parteiobmann Josef Taus. Es sei deshalb auch zu wenig anerkannt, dass Journalismus ein schwieriger und verantwortungsvoller Beruf sei.
Rudolf Mitlöhner, Chefredakteur der "Furche", wies auf das große Bedürfnis der gegenwärtigen Gesellschaft nach Werten und Orientierung hin und er zeigte sich überzeugt, dass in diesem Bereich Journalisten, deren Berufsethos sich aus christlichen Quellen speist, sehr gefragt seien. Soziale Verantwortung und der Wunsch, am Zusammenhalt der Gesellschaft mitzuwirken, sei wohl für alle KMA-Studenten ein wichtiges Motiv, so Mitlöhner.
Die Katholische Medien Akademie bildet seit 1978 Journalisten aus und kann auf ein umfangreiches Angebot an Kursen und Referenten verweisen. Infos zur Ausbildung und aktuellen Kursangeboten im Internet unter: www.kma.at. (ende)
