Erzdiözese Salzburg setzt auf Pfarrverbände
Salzburg, 24.10.07 (KAP) Die Erzdiözese Salzburg setzt für die Zukunft auf Pfarrverbände. "Die Pfarrverbände sind der Versuch, in angemessener Weise auf die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen, die personelle Situation und die begrenzten finanziellen Mittel zu reagieren", so Generalvikar Hansjörg Hofer bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Salzburg.
Auf Grund von Rückmeldungen aus den Dekanaten erstellte eine Arbeitsgruppe einen Vorschlag zur Einteilung der Diözese in Pfarrverbände, der bis Ende November noch einmal in den Dekanaten und Pfarren diskutiert werden soll. Die eingehenden Stellungnahmen der Pfarren werden dann noch eingearbeitet. Zu Jahresbeginn 2008 soll die definitive Einteilung der Erzdiözese in Pfarrverbände fixiert werden. "Alle Priester, Diakone, Pfarr- und Pastoralassistenten, pastoralen Mitarbeiter und Ehrenamtlichen sind zur Zusammenarbeit aufgerufen", betont Erzbischof Alois Kothgasser.
Die Stadt Salzburg wird als ein großer Seelsorgeraum gesehen und daher nicht in Pfarrverbände eingeteilt. In der übrigen Erzdiözese werden 58 Pfarrverbände mit durchschnittlich 3,5 Pfarrgemeinden gebildet. Das hauptamtliche Personal wird möglichst gerecht aufgeteilt. Die Priester sollen zu 80 Prozent in der Pfarrseelsorge und zu 20 Prozent in der kategoriellen Seelsorge tätig sein. In den kleineren Pfarren sollen verstärkt Pfarrhelfer eingesetzt werden.
Derzeit wirken in den 220 Pfarrgemeinden der Erzdiözese Salzburg 149 Priester, davon 126 Diözesanpriester, 19 Ordenspriester und vier von auswärts. Weiters werden (ohne die Stadt Salzburg) 35 hauptamtliche Pfarr- und Pastoralassistenten beschäftigt.
Bei Berücksichtigung der Vorgabe, dass die Pfarren kirchenrechtlich und auch in ihrer Identität bestehen bleiben, gehe es um die Erhaltung der vier Grundfunktionen: Verkündigung, gottesdienstliches Feiern, soziales Handeln und Geschwisterlichkeit, so Erzbischof Kothgasser. Auch die Pfarrgemeinderäte gehörten zur Identität einer Pfarre wesentlich dazu. "Ohne eine pastorale Bezugsperson wird es nicht gehen. Wo keine konzentrierende Mitte ist, wird es schwierig, eine Pfarrgemeinde zusammenzuhalten," ist der Erzbischof überzeugt.
Kräfte sollen gebündelt und personale Ressourcen effizient eingesetzt werden. Die Firmvorbereitung zum Beispiel soll pfarrübergreifend erfolgen. Die "Zentrale" unterstützt die neuen Pfarrverbände durch entsprechende Begleitmaßnahmen wie zum Beispiel Aus- und Weiterbildungsangebote. Auch eine längere Begleitung sei möglich. (ende)