"Kirche lässt Menschen in schwierigen Phasen nicht allein"
Wien, 28.10.07 (KAP) "Die Kirche darf Menschen auch in schwierigen Situationen nicht im Stich lassen": Dies betonte Martin Wiesauer, einer der beiden Ko-Geschäftsführer der "Kategorialen Seelsorge" der Erzdiözese Wien, im Hinblick auf die Teilnahme von Einrichtungen der "Kategorialen Seelsorge" bei der sogenannten "Scheidungsmesse" in Wien. Vertreten waren "Rainbows", die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen sowie die "Kontaktstelle für Alleinerziehende".
"Wir haben überlegt, ob wir bei der Messe präsent sein sollen", so Martin Wiesauer im Gespräch mit "Kathpress": "Die Entscheidung ist dann dafür ausgefallen". Aufgabe der "Kategorialen Seelsorge" sei es ja auch, Menschen nahe zu sein, die sich in schwierigen Lebenssitutionen befinden, zum Beispiel den Kranken und den Gefangenen. Diese Aufgabe der Nähe gelte natürlich auch für jene Menschen, die in ihrer Ehe Krisen durchleben, deren Beziehung zerbricht. "Wir möchten den Menschen zeigen, dass wir sie nicht allein lassen", so Wiesauer.
"Rainbows", eine Initiative, die sich Kindern in Trennungs- und Scheidungssituationen widmet, hat angesichts der Entwicklung der Scheidungszahlen Hochbetrieb. "Das gilt vor allem in der Stadt Wien, aber auch im niederösterreichischen Anteil der Erzdiözese Wien gibt es immer mehr zu tun", so Wiesauer. Ähnliches gelte für die "Kontaktstelle für Alleinerziehende". Im Programm der Ehe-, Lebens- und Familienberatungsstellen - derzeit gib es 19 solcher Stellen in der Erzdiözese Wien - ist Begleitung und Hilfe bei Partnerschaftskrisen seit jeher ein wichtiger Bestandteil.
"Wenn kirchliche Stellen bei der 'Scheidungsmesse' präsent sind, bedeutet das nicht, dass die Kirche jetzt die Scheidung gutheißt", betont Martin Wiesauer: "Es geht vielmehr darum, auf jene Angebote der Kirche aufmerksam zu machen, die der Prävention dienen oder mithelfen, die Folgen von Scheidung zu mildern".