Rom erwartet zu Ostern 450.000 Besucher
Vatikanstadt-Rom, 13.4.06 (KAP) Rom ist zum ersten Osterfest mit Benedikt XVI. ausgebucht. Nach Angaben der römischen Tourismusbehörde werden bis zum Ostermontag rund 450.000 Besucher in die Ewige Stadt kommen. Selbst in Außenbezirken wie Ostia und Fiumicino ist kaum ein Bett mehr zu haben. Mit dem Papst aus Deutschland ist auch die Zahl der deutschen Pilger deutlich gestiegen: Einige Tausend mehr als sonst hätten sich zu den Zeremonien mit dem Papst angemeldet, heißt es in der Apostolischen Präfektur, die für die Organisation zuständig ist. 18.000 Gläubige aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben eine der begehrten Eintrittskarten für die feierlichen Papstmessen der Kar- und Ostertage bekommen. Bei der Vergabe der Karten haben Ältere und Behinderte Vorrang, danach entscheidet das Zufallsprinzip. Allein den großen Gottesdienst am Ostersonntag werden 5.000 deutschsprachige Pilger mitfeiern, für die Osternacht sind 2.000 angemeldet.
Der große Pilgerandrang wird von den "Vaticanisti" sowohl auf die Treue zu Johannes Paul II., als auch auf die Anziehungskraft des neuen Papstes aus Bayern zurückgeführt. Im Mai des Vorjahr, als Benedikt XVI. erst seit wenigen Wochen im Amt war, kamen 89.000 Menschen zu den Audienzen, 32.000 mehr als im Jahr davor. Der Pilgerstrom reißt auch 2006 nicht ab. Im Gegenteil, mit dem schönen Wetter nimmt die Besucherzahl konstant zu. In den ersten drei Monaten des heurigen Jahres haben 641.500 Gläubige an Generalaudienzen und Sonntagsmessen auf dem Petersplatz teilgenommen.
Die Römer selbst sind besonders gespannt auf die Via Crucis, den Kreuzweg, am Karfreitag am Kolosseum - einer der festen Termine im Jahr, bei dem der Papst unter Polizeieskorte den Vatikan verlässt und Gast der Stadt Rom ist. Das Ereignis wird von der RAI direkt übertragen; zahlreiche ausländische Sender in aller Welt übernehmen die Übertragung.
Die Texte für den Kreuzweg, die im vergangenen Jahr noch Kardinal Joseph Ratzinger geschrieben hatte, stammen diesmal aus der Feder von Erzbischof Angelo Comastri, dem Generalvikar der Vatikanstadt. Aufmerksam wird beobachtet werden, wie Benedikt XVI. den Kreuzweg gestaltet.
Der Petersplatz wird indes schon für die Feierlichkeiten des Ostersonntags vorbereitet. Bereits zum Palmsonntag sind die Ölbäume aus Apulien angeliefert worden, die Frieden symbolisieren und dem Platz eine mediterrane Atmosphäre verleihen. Niederländische Floristen legen um den Papstaltar und die Treppen vor dem Petersdom einen bunten Garten an: mit Azaleen, Rhododendren, Mandelbäumen und gelbweißen Veilchen- in den Farben des Heiligen Stuhls.
Den Segen "Urbi et Orbi", ein mediales Großereignis, das jedes Jahr etwa 80 Fernsehsender in rund 70 Länder übertragen, werden auch diesmal wieder Hunderte Millionen von Gläubigen an den Bildschirmen mitverfolgen. Erwartet werden Rekorde bei den Einschaltquoten, heißt es bei der RAI. Sicherlich würden außergewöhnlich viele Zuschauer weltweit diese Osterpremiere des Papstes miterleben wollen. (ende)