Schuldiskussion: Schönborn für "gemeinsamen Weg"
Wien, 30.10.07 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat nach seiner Rückkehr aus Rumänien zur österreichischen Schuldiskussion Stellung genommen. Im Gespräch mit "Kathpress" sagte der Wiener Erzbischof auf dem Hintergrund seiner Gespräche in Rumänien: "Nicht nur in West-, sondern auch in Osteuropa ringt man darum, die bestmögliche Schulqualität für alle Kinder sicher zu stellen". Man diskutiere Bildungsinhalte, Strukturen und vor allem eine "höchstmögliche Durchlässigkeit des Systems". Zur österreichischen Auseinandersetzung sagte Kardinal Schönborn - der auch österreichischer "Schul-Bischof" ist -, er hoffe, dass sich diese Diskussion "durch eine Bewegung von allen Seiten" auf die "Interessen der Kinder" hin entwickle. Den "gemeinsamen Weg" solle man nicht durch "zu viel zerbrochenes Porzellan" erschweren.
Im übrigen verwies der Kardinal noch einmal auf die "ausgewogene Stellungnahme" des Generalsekretariats der Österreichischen Bischofskonferenz im Rahmen des Begutachtungsverfahrens: "Es gibt zum vorliegenden Gesetzentwurf einige grundsätzliche Anmerkungen". Wenn durch bestimmte Maßnahmen das Ziel einer größeren Bildungsgerechtigkeit erreicht werden könne, werde sich "niemand verschließen". Auch einige katholische Schulen würden sich unter bestimmten Bedingungen beteiligen: Die innere Differenzierung und Individualisierung müsse ausreichend gesichert sein; sowohl schwache als auch hochbegabte Schülerinnen und Schüler müssten entsprechend gefördert werden. Die katholischen Privatschulen seien immer "überlegt innovativ" gewesen, erinnerte Kardinal Schönborn. Wie immer, gelte auch hier das Wort: "Prüft alles, das Gute behaltet".
Selbstverständlich seien für die Kirche manche Eckpunkte wichtig, neben der Partizipation der Schulpartner etwa der Erhalt eines "humanistischen" Zuges und die Absicherung des Lateinunterrichts. Die Kirche scheue auf Grund ihrer "jahrhundertelangen Erfahrung" im Bildungsbereich keinesfalls "kritische Worte". Abschließend betonte Kardinal Schönborn: "Die Kirche wird sich in die Entwicklung gern einbringen. Die gelungene Kooperation zwischen Staat und Kirchen bewährt sich auch in solch sensiblen Fragen. Für uns gilt jedenfalls: Wo Leben ist, da ist auch Entwicklung". (ende)