Neue Mittelschule: "Jetzt geht es um Inhalte"
Wien, 6.11.07 (KAP) "Die Verpackung ist geklärt, jetzt geht es um die Inhalte": Johannes Fenz, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ), fordert im Blick auf die Einigung der Minister Claudia Schmied und Johannes Hahn über die "Neue Mittelschule" "ehebaldigst eine klare Zieldefinition". Die nun in verschiedenen Bundesländern ab September 2008 ermöglichten Modellversuche machen laut Fenz dann Sinn, wenn eine viel stärkere innere Differenzierung an den involvierten Schulen geschieht sowie kleinere und überschaubare Lerngruppen mit möglichst homogenen Leistungsniveaus gebildet werden.
"Die Zeit drängt", so der KFÖ-Präsident in einer Aussendung am Dienstag: "Wenn Lehrer und Eltern eines Schulstandortes im Dezember abstimmen sollen, ob ein Modellversuch gestartet werden soll, müssen sie wissen, was sie abstimmen und wofür sich die Schule für vier Jahre verpflichtet." Dazu sei es z.B. notwendig, die Schulpartner vor der Abstimmung über den Schulversuchs-Lehrplan zu informieren.
Informationsbedarf bestehe auch bei den Eltern jener Schüler, die jetzt die 4. Klasse Volksschule besuchen. In dreieinhalb Monaten steht die Anmeldung für AHS, Hauptschule oder neuer Modellversuch an. "Auch diese Eltern müssen wissen, was am jeweiligen Schulstandort konkret passiert", so Fenz.
Nach vier Jahren sollen die Modellregionen nach bundeseinheitlichen Kriterien vom Bundesinstitut für Bildungsforschung evaluiert werden. Fenz begrüßte diese verpflichtende Erhebung, forderte aber, dass sie - wie auch die Installierung des Modellversuches - nicht ohne Einbindung der Schulpartner passiert. Die Erfahrungen der Lehrer ebenso wie jene der Eltern seien zu berücksichtigen.
"Sinnvolle und nachhaltige Schulentwicklung kann nicht ohne Schulpartner erfolgen", unterstrich der KFÖ-Präsident. Mit der Auflage im Regierungsübereinkommen, dass es in den Modellbezirken eine AHS und eine Hauptschule geben muss, sei die Wahlfreiheit der Eltern gesichert. Und mit der nach zähem Ringer erzielten Einigung, dass zwei Drittel der Lehrer und Erziehungsberechtigten der Sekundarstufe I des betroffenen Schulstandortes zustimmen müssen, ist laut Fenz gesichert, dass "nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden" werde. Positiv bewertet Familienverband auch, dass es nicht nur das Modell "Neue Mittelschule" geben wird, sondern eine Vielfalt von Modellen erprobt werden können. (ende)