"Stimme der sozialen Gerechtigkeit soll lauter werden"
Wien, 7.11.07 (KAP) "Gesellschaftliche Verantwortung: Zukunft sozial gestalten" lautet der Titel der aktuellen Ausgabe der Schriftenreihe "Gesellschaft und Politik", die jetzt erstmals gemeinsam von beiden Dr.-Karl-Kummer-Instituten Österreichs - jenen in Wien und der Steiermark - publiziert worden ist. Ziel der Projektes sei es, "die Stimme der sozialen Gerechtigkeit wieder lauter werden zu lassen", erklärte Klaus Poier, Obmann des steirischen Instituts, beim festlichen Neustart der Zeitschrift am Dienstagabend in der österreichischen Nationalbank.
Das 1964 vom legendären, christlich inspirierten Sozialpolitiker Karl Kummer gegründete und bisher vom Verein für Wirtschafts- und Sozialpolitik herausgegebene Periodikum befasst sich mit der Bedeutung christlich-sozialer Werte in der Wirtschaft und mit gesellschaftlichem Engagement in Zeiten der Globalisierung. Diese Themen griff auch Klaus Liebscher, Gouverneur der österreichischen Nationalbank, in seiner Rede auf, und betonte, dass "soziale Verantwortung ein unverzichtbarer Bestandteil einer funktionierenden Demokratie und Gesellschaft ist". Unternehmen müssten "auch ein menschliches Antlitz haben".
"Wir haben das in Österreich gar nicht so schlecht gemacht", meinte Josef Taus, Obmann des Wiener Karl-Kummer-Instituts, mit Blick auf die soziale Marktwirtschaft der vergangenen Jahrzehnte. Er selbst fühle sich den sozialen Idealen Karl Kummers verpflichtet, dieser sei in vieler Hinsicht eine "Ausnahmeerscheinung" und ein herausragender Arbeitnehmervertreter der Nachkriegszeit gewesen. Taus äußerte die Hoffnung, dass die nächste Generation die Arbeit des Instituts mit neuem Elan fortsetzt.
Die aktuelle Ausgabe von "Gesellschaft und Politik" bietet Beiträge von hochrangigen Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Autoren sind u.a. Vizekanzler Wilhelm Molterer, Unternehmer Martin Essl und Michael Landau, Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien. "Wir müssen uns vor zwei Straßengräben hüten" betonte Landau im Gespräch mit "Kathpress". Der eine sei der Graben purer Wirtschaftsangst, der andere der des blinden Wirtschaftsglaubens. "Der Mensch ist mehr als Konsument und Produzent, mehr als nur 'Kostenfaktor auf zwei Beinen'"; gerade die Kirche und die Caritas müssten darauf immer wieder hinweisen. (ende)