Denkmalschutzpreis für Stift Klosterneuburg
Wien, 15.11.07 (KAP) Für die aufwendige Renovierung der "Sala terrena" ist das Stift Klosterneuburg mit dem höchsten europäischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden, dem "Europa Nostra-Award". Der Generalabt der österreichischen Augustiner-Chorherrn und Propst des Stiftes Klosterneuburg, Bernhard Backovsky, und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll konnten am Donnerstag zum Leopoldifest die Plakette des "Europa Nostra-Awards" in der "Sala terrena", dem neu geschaffenen Eingangsbereich zum Stift, enthüllen. Propst Backovsky sprach von einem großen Tag in der Geschichte des Stifts. Der Preis sei eine Auszeichnung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so Backovsky. Der Klosterneuburger Wirtschaftsdirektor Leopold Nussbaumer wies darauf hin, dass das Stift die erste Institution in Niederösterreich sei, die diese Auszeichnung entgegen nehmen darf.
Landeshauptmann Pröll unterstrich, dass die Auszeichnung auch ein deutlicher Ausdruck für die gelungene Partnerschaft zwischen dem Stift und dem Bundesland Niederösterreich sei. Er bezeichnete das Stift als besondere "Kraftquelle für die Menschen", zugleich auch als wesentlichen Faktor für den Tourismus und Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Dabei, so Pröll, müsse wirtschaftliche Dynamik immer mit kultureller Verantwortung einhergehen. Verantwortung im wirtschaftlichen Bereich sei vor allem auch auf die kommenden Generationen hin ausgerichtet, hier im Stift Klosterneuburg komme zugleich die Verantwortung gegenüber den früheren Generationen zum Ausdruck.
Wiltraud Resch von "Europa Nostra" wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass das kulturelle Erbe Europas fundamental für die Identität des Kontinents und die zukünftige Integration Europas sei.
Für das europäische Kulturerbe
Die seit 2002 von der EU-Kommission und dem Verein "Europa Nostra" vergebene Auszeichnung gilt den besten Bemühungen um das europäische Kulturerbe. Die Überreichung findet am 8. Juni in Stockholm statt. Ziel der Auszeichnung ist es, höchste Standards der konservatorischen Praxis zu fördern und den Austausch von Wissen und Erfahrung in ganz Europa anzuregen.
Die zuletzt als Lagerraum genützte - und dem Publikum verschlossene - barocke "Sala terrena" im Stift Klosterneuburg wurde zum attraktiven Eingangsbereich umfunktioniert. Kaiser Karl VI., der das Stift zu einer gewaltigen Klosterresidenz nach dem Vorbild des spanischen Escorial ausbauen wollte, konnte seine Pläne nicht vollenden. Seine Tochter und Nachfolgerin Maria Theresia hatte kein Interesse, das kostenintensive Projekt weiter zu führen. So blieb dieser Bereich mehr als zwei Jahrhunderte lang im Dornröschenschlaf. (ende)