Caritas macht für von Armut betroffene Kinder mobil
Graz-Klagenfurt, 16.11.07 (KAP) Der steirische Caritasdirektor Franz Küberl hat am Freitag bei der Grazer Pressekonferenz zur bundesweiten Caritas-Kampagne "Hilfe an Kinder im Abseits" auf die Gefahr der Vererbung von Armut von einer Generation zur nächsten verwiesen. Rund 14.000 steirische Kinder und Jugendliche seien akut von Armut betroffen, sie erleben ihren Alltag oft unter sehr schwierigen Bedingungen und hätten das Gefühl, in Bezug auf die gesellschaftliche Teilhabe nicht mit ihren Altersgenossen mithalten zu können. Küberl sieht in Bildung das entscheidende Mittel, um der Gefahr der Vererbung von Armut entgegen zu wirken. Es komme darauf an, für die Zukunft jedes einzelnen Kindes zu kämpfen: "Es geht nicht an, dass jene, die am Rand geblieben sind, sozusagen als Kollateralschaden des Wohlstands in Kauf genommen werden".
Zwar habe die Politik in jüngster Zeit etwa bei der Mindestsicherung einige Schritte gesetzt, um den Staat armutsfester zu machen, jedoch blieben gerade in Bezug auf Kinder und Jugendliche noch einige Fragen offen, sagte Küberl. "Die Berechnungsgrundlage für mitunterstützte Kinder ist mit derzeit 18 Prozent sehr, sehr niedrig. Unserer Ansicht nach muss das auf mindestens 30 Prozent erhöht werden", betonte der steirische Caritasdirektor, der vor wenigen Tagen wieder zum österreichischen Caritas-Präsidenten gewählt worden ist.
Als symbolisches Zeichen für den Kampf gegen die Armut und als "leuchtendes Beispiel" für Solidarität wurden mit der Aktion "Eine Million Sterne" in ganz Österreich auf vielen Plätzen Kerzen angezündet. In der Steiermark gab es ab 16.30 Uhr Lichtermeere in Graz auf dem Europaplatz und auf dem Kirchplatz in Leutschach. Am Sonntag wird in allen Kirchen der Steiermark für "Hilfe an Kinder im Abseits" gesammelt.
Kärnten: "Armut kann man abschaffen"
Die Caritas verfolgt mit der Elisabethsammlung zwei Ziele: Außer dem Sammeln von Spenden für Menschen in Not im Inland ist es besonders wichtig, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Thema der Not im eigenen Land auseinandersetzen. Dies betonte der Kärntner Caritasdirektor Viktor Omelko in Klagenfurt bei der Pressekonferenz zur Elisabethsammlung.
Omelko erinnerte daran, dass nach Angaben der "Armutskonferenz" in Kärnten rund 91.000 Menschen unter der Armutsgrenze leben. Auch eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen sei betroffen. Die Steigerungen bei Mieten, Strom und Betriebskosten stellten diese Menschen vor große Probleme. Den Beziehern niedriger Einkommen bleibe wenig Spielraum, um zu reagieren. Im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe versuchten die Sozialberater der Caritas, im Gespräch mit den Hilfesuchenden gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Not bestehe jedoch nicht nur in materieller Armut. Es gebe eine breite Palette an Problemen, für die die Caritas Hilfe in Form von Beratung anbietet, erinnerte Omelko. Das Institut für Familienberatung und Psychotherapie, die Männerberatung, die Beratungsstelle für Suchtgefahren und die Telefonseelsorge stünden Menschen zur Verfügung, "die alleine nicht mehr weiter wissen".
"Der Ursprung der Armut liegt meist im zwischenmenschlichen Bereich", so Omelko: "Alles andere sind Begleit- und Folgeerscheinungen davon, dass Gemeinschaft nicht richtig funktioniert. Wenn alle gut aufeinander schauen, gibt es keine Not. Wenn die Menschen für Not in ihrer Umgebung aufmerksam sind, sind viele Probleme schnell bewältigbar, bevor sie sich auswachsen".
Assinger ist dabei
Die Heilige Elisabeth (1207-1231) ist die Patronin der Caritas. Das 800-Jahr-Gedenken ihrer Geburt sei "ein besonderer Ansporn, sich anzustrengen und dieser großartigen Frau nachzueifern", so der Kärntner Caritasdirektor. Daher würden dieses Jahr im Rahmen der Elisabethsammlung besondere Aktionen gesetzt: Beleuchtungsaktionen unter dem Titel "Eine Million Sterne", der Verkauf von Teelichtern über die "Hofer"-Märkte und der Verkauf eines eigenen "Elisabeth-Kräutertees". Besondere Freude herrsche bei der Kärntner Caritas darüber, in TV-Star Armin Assinger einen prominenten Unterstützer gefunden zu haben.
Assinger sagte im Hinblick auf das Motto der diesjährigen Elisabethsammlung "Armut kann man abschaffen" wörtlich: "Sicher wird das nicht leicht sein, weil man sich's meistens auch zu kompliziert vorstellt und sich der Einzelne schnell überfordert fühlt. Aber in den meisten Fällen kann doch jeder etwas tun. Manchmal reicht schon etwas Aufmerksamkeit und Ermunterung, damit einem Menschen geholfen ist". Assinger plädierte zugleich dafür, sich mit Organisationen zu verbinden, die professionell etwas tun: "Für mich ist die Caritas bekannt als ein zuverlässiger Partner, der die kleinen Hilfen der einzelnen Leute miteinander koordiniert und auch in größerem Maße helfen kann. Wenn alle zusammen helfen, dann kann man die Armut abschaffen. Ich bin jedenfalls dabei". (Spenden: Kto. Nr. PSK 1.308.275, BLZ 60000; Kärntner Sparkasse Kto. Nr. 0000-005587, BLZ 20706; Kennwort: "Inlandshilfe"). (ende)