Asyl: "Druck von Müttern und Kindern nehmen"
Linz, 18.11.07 (KAP) Der Pastoralrat der Diözese Linz hat in einer Resolution an die Bundesregierung appelliert, die Mitarbeiter des Innenministeriums zu veranlassen, keinen Druck auf die Angehörigen der beiden kosovarischen Asylwerber-Familien Zogaj und Zeqai auszuüben. Die Resolution wurde von der Vollversammlung des Pastoralrats gemeinsam mit Diözesanbischof Ludwig Schwarz erarbeitet, der die Forderungen "vollinhaltlich" mitträgt. Druck sei offensichtlich insbesondere auf Mütter und Kinder ausgeübt worden, heißt es in der Resolution. Wie die evangelischen Kirchen sehe der Pastoralrat der Diözese Linz in der Causa eine menschenrechtlich äußerst bedenkliche Vorgangsweise. Damit würden christliche Grundwerte wie Menschenwürde, Familie, Schutzgewährung und Nächstenliebe "gröblich missachtet".
Der Pastoralrat fordert daher eindringlich, die Situation von gut integrierten Asylwerber-Familien gesetzeskonform durch die Gewährung eines humanitären Aufenthaltstitels zu lösen. Diese Familien seien durch die "unzumutbar lange Verfahrensdauer" in eine äußerst schwierige Situation gekommen. Der Pastoralrat der Diözese Linz sieht in der kommenden Adventzeit eine gute Gelegenheit, "solchen herbergsuchenden Familien einen dauernden Aufenthalt zu gewähren".
Wie Bischof Schwarz ergänzend in einem Interview mit der Tageszeitung "Österreich" sagte, wäre die Gewährung des Aufenthaltsrechts ein "schönes Weihnachtsgeschenk, das der Staat diesen Familien machen könnte". Da allein in Oberösterreich rund 30 andere Familien in einer ähnlichen Situation sind, plädierte der Bischof zugleich für eine Gesetzesänderung: "Ich meine schon, dass Änderungen vorgenommen werden könnten. Vor allem im Hinblick auf das Bleiberecht. Man sollte eine größere Bereitwilligkeit bekunden, solchen Familien ein Zuhause zu geben". (ende)