Bei der "Euro 08" sind auch die Kirchen "am Ball"
Bern, 19.11.07 (KAP) Die christlichen Kirchen in der Schweiz und in Österreich wollen "binational und ökumenisch" Fans wie Spieler im kommenden Jahr bei der Fußball-Europameisterschaft ("Euro 08") begleiten und mithelfen, damit dieses Großereignis zu einem gelungenen "Fest der Begegnung" wird. Bei einer Pressekonferenz in Basel, dem Austragungsort des Eröffnungsspiels der "Euro 08", wurden am Montag Projekte und Aktionen der kirchlichen Begleitung des sportlichen Großereignisses vorgestellt. Alle Aktionen in der Schweiz und in Österreich stehen unter dem Motto "Kirche 08. Am Ball - seit 2008 Jahren". In Wien wird am 27. November bei einer Pressekonferenz mit ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, Weihbischof Franz Lackner und dem evangelischen Bischof Herwig Sturm über die Projekte und Aktionen in Österreich informiert.
In Basel nannten Christoph Sigrist ("Euro 08"-Beauftragter des Schweizer Evangelischen Kirchenbunds/SEK) und Stefan Roth ("Euro 08"-Beauftragter der Schweizer Bischofskonferenz/SBK) als konkretes Beispiel für Projekte an den Austragungsorten das Züricher "Volunteer Center". Die Kirchen bieten dort in Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich den mehr als 800 freiwillig Helfenden einen Ort des Austausches und der Erholung. Geplant ist außerdem, "Wünsche ins Licht" zu setzen: Am Abend vor den Spielen sollen Jugendliche die Möglichkeit haben, ihre Hoffnungen und Visionen über elektronische Lauftexte in der Fan-Meile "sichtbar" zu machen. Schließlich befindet sich momentan auch didaktisches Material für ein Musical in Vorbereitung, das im Vorfeld der "Euro 08" aufgeführt werden soll.
Ein mit "Kirche 08" bedruckter rot-weißer Fan-Schal - also in den Landesfarben der Schweiz und Österreichs - soll an allen acht Austragungsorten zu einem gemeinsamen Erscheinungsbild von Kirche werden. Eine Erstauflage von 3.000 Stoff-Halstüchern sei bestellt.
Vor Beginn und gegen Ende der "Euro 08" sollen in der Schweiz und in Österreich ökumenische Gottesdienste gefeiert werden. An der Gestaltung dieser ökumenischen Gottesdienste sollen alle Kirchen beteiligt werden, so Pfarrer Stefan Roth. Alle Projekte werden zudem ab 1. Jänner 2008 auf einer binationalen Website präsentiert,die sich derzeit noch im Aufbau befindet.
Die Kirche könne mit ihrer Erfahrung mithelfen, dass die "Euro 08" nicht nur ein "gelungenes sportliches Gegeneinander, sondern auch ein gelungenes menschliches Miteinander" wird, betonte der Ratspräsident der SEK, Pfarrer Thomas Wipf. "Bei den Menschen sind wir Kirchen seit 2008 Jahren am Ball", so Wipf. Es gehe darum, mit den Menschen die Fußballbegeisterung zu teilen, aber auch offen zu sein für ihre existenziellen und sozialen Bedürfnisse.
Der "Euro 08"-Beauftragte des SEK, Pfarrer Christoph Sigrist, betonte die engen Kontakte zur Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA), "die mit dem Projekt 'Kickoff2008 - Anstoß für den Glauben' einen anderen Zugang zu den fussballbegeisterten Menschen sucht". Mit "Kickoff2008" will die Evangelische Allianz während der Fußball-Großveranstaltung in der Schweiz durch verschiedene Projekte und Dienstleistungen die "gelebte christliche Nächstenliebe zum Ausdruck bringen und allen Beteiligten einen Anstoß zum Glauben geben".
Eine Initiative von mehr als 25 Frauen-, Männer- und Menschenrechtsorganisationen (unter ihnen viele christlich motivierte), will unter dem Slogan "Euro 08 gegen Frauenhandel" über Frauenhandel in der Schweiz informieren und gegen diese massive Menschenrechtsverletzung mobil machen. Weltweit werden geschätzte 2,5 Millionen Menschen jedes Jahr Opfer von Menschenhandel, 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Mädchen. Die Kampagne startet im März 2008 und wird im Herbst 2008 abgeschlossen.
In der Schweiz werden vom 7. Juni bis 29. Juni 2008 insgesamt 15 Spiele in den Städten Basel, Bern, Genf und Zürich ausgetragen. In Österreich finden 16 Spiele in den Städten Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg und Wien statt. Gleichzeitig werden an den Austragungsorten und in zahlreichen weiteren Städten Spiele auf Großbildschirme übertragen werden. (ende)
