Spenden: Wo bleibt die steuerliche Absetzbarkeit?
Wien, 19.11.07 (KAP) Beim Thema steuerliche Absetzbarkeit von Spenden herrscht Stillstand: Der Leiter des Österreichischen Instituts für Spendenwesen (ÖIS), Gerhard Bittner, kritisiert, dass ein seit dem April 2006 auf dem Tisch liegender Gesetzesvorschlag des Finanzministeriums ignoriert wird. Die Novelle sieht vor, dass die jetzt geltende Absetzbarkeit (die auf wissenschaftliche Forschung und Denkmalschutz eingegrenzt ist) auf alle Privat- und Firmenspenden ausgeweitet wird. Für Bittner ist es "völlig unverständlich", warum der Vorschlag nicht aufgegriffen wird. "Offenbar wird das Spenden von den Politikern als nachrangiges Thema eingestuft", so der ÖIS-Chef im "Kurier".
Derzeit werde wieder um den Modus der staatlichen Spendenförderung gerungen. Es bestünden Ideen, z.B. den Ankauf von Kunst steuerlich zu begünstigen, oder Spenden vom Staat kofinanzieren zu lassen bzw. statt Organisationen nur Einzelprojekte zu fördern. Bittner dazu: "Das sind wenig überlegte Vorschläge".
Laut dem jüngsten Spendenbericht haben Private im Jahr 2006 rund 400 Millionen Euro an Hilfsorganisationen wie Caritas (den deutlichen "Spenden-Spitzenreiter"), das Rote Kreuz, SOS-Kinderdorf oder die Dreikönigsaktion gespendet. Firmen spendeten im selben Zeitraum nicht einmal ein Zehntel, nämlich 30 Millionen Euro. (ende)