Hohe Lebenshaltungskosten setzen Menschen unter Druck
Wien, 17.12.07 (KAP) Der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau hat am Montag darauf verwiesen, dass die hohen Lebenshaltungskosten immer mehr Menschen unter Druck setzen. Mit 3,1 Prozent sei die Inflationsrate im November 2007 die höchste seit sechs Jahren. "Vor allem Lebensmittel- und Wohnkosten steigen ständig weiter, also gerade die Dinge des täglichen Bedarfs, auf die niemand verzichten kann", sagte Landau und warnte vor wachsender Armut.
Schon jetzt sind laut offizieller Statistik mehr als eine Million Menschen in Österreich armutsgefährdet, ein Viertel davon Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Die offizielle Armutsstatistik ist für den wachsenden Kostendruck bei den existenziellen Bedürfnissen blind, bedauerte Landau: In dieser Statistik werden nur die Einkommen, nicht aber die Ausgaben eines Haushalts berücksichtigt. "Es ist ein Unrecht, dass in einem reichen Land wie Österreich immer mehr Menschen nicht wissen, ob sie lieber heizen oder Lebensmittel kaufen sollen, weil ihr Einkommen zur Bewältigung des Alltags einfach nicht reicht", betonte der Caritasdirektor.
Hilfsorganisationen wie die Caritas könnten mit Hilfe von Spenden diesen Menschen unter die Arme greifen, aber diese Mittel seien begrenzt und könnten einen funktionierenden Sozialstaat nicht ersetzen. "Als Caritas können wir immer nur ein letzter Strohhalm sein", sagte Landau: "Es darf beim Thema Mindestsicherung jetzt zu keinen Verzögerungen kommen. Da ist die Reform des Vollzugs der Sozialhilfe ebenso wichtig, wie etwa die Sorge für besonders gefährdete Gruppen, beispielsweise allein erziehende Frauen". Und klar sei auch: "Armutsbekämpfung und Armutsvermeidung müssen 2008 ganz oben auf der politischen Agenda stehen". (ende)