Delegation aus Galiläa dankt Kardinal Schönborn
Wien, 18.12.07 (KAP) Eine Delegation aus Galiläa hat im Namen des melkitischen (griechisch-katholischen) Erzbischofs von Haifa, Elias Chacour, Kardinal Schönborn und den österreichischen Bischöfen für ihre Solidaritätsreise in die nordisraelische Region gedankt. Der Delegation gehörten der Vizepräsident der katholischen Mar-Elias-Universität Ibillin, Raed Mualem, und der Pilgertourismus-Verantwortliche des "Land of Galilee"-Büros in Nazareth, Daniel Zellner, an. Die Plenartagung des österreichischen Episkopats in der "Domus Galilaeae" und die Begegnung mit den lokalen Christengemeinden habe ein Novum dargestellt, so Mualem. Es sei der Startpunkt einer neu entstandenen Beziehung zwischen der Kirche in Österreich und der Kirche in Galiläa.
Die Delegation vereinbarte in Wien u.a. Kooperationsverträge zwischen der Mar-Elias-Universität und der Wiener Katholisch-theologischen Fakultät, der Sigmund-Freud-Privatuniversität und der Päpstlichen Hochschule Heiligenkreuz. Die von Erzbischof Chacour gegründete Mar-Elias-Universität plant den Umzug von Ibillin nach Mi'ilya, das zentraler gelegen ist. Die erste christliche arabische Hochschule in Israel existiert seit dem Jahre 2003. Sie ist derzeit noch ein Zweig der University of Indianapolis, soll aber schon 2008 die staatliche Anerkennung des israelischen Bildungsministeriums erhalten.
An dieser Hochschule werden unter anderem die Studienrichtungen Umweltwissenschaft, Informatik, Chemie und Kommunikations- und Medienwissenschaft angeboten. Besonderes Schwergewicht wird neben der interkonfessionellen Zusammensetzung von Studierenden und Lehrenden auf einen möglichst hohen Frauenanteil gelegt. Bereits 126 Studenten haben einen akademischen Grad erworben.
Mualem und Zellner betonten, dass die neue Universität auch für Muslime wichtig sei. Viele lernten hier erstmals jüdische Professoren kennen - sie machen 30 Prozent des Lehrkörpers aus.
In Galiläa leben mehr als 100.000 Christen unter 1,2 Bewohnern (die anderen sind Juden, Muslime, Drusen). Christen stellen aber ein Drittel aller Auswanderer. 1948 waren etwa in Nazareth 75 Prozent der Bewohner Christen, heute sind es angeblich nur noch 35 Prozent.
Visaproblem Sorgeder Kirche in Israel
Große Sorge bereitet zur Zeit der israelische Visa-Erlass, von dem auch Geistliche betroffen sind, wie Raed Mualem betonte. Heuer wurde beschlossen, die Anzahl der Einreisen für Inhaber von Einfach-Einreise-Visa zu beschränken. Ursprünglich galt diese Einschränkung für Personen aus "feindlichen Ländern", sie wurde aber auf jordanische und ägyptische Staatsbürger ausgeweitet, obwohl beide Länder Friedensverträge mit Israel unterzeichnet haben. Viele Priester, Ordensleute und Seminaristen sind von der neuen Regelung betroffen.
Zellner betonte, dass viele Israelis heute eine positivere Auffassung von der katholischen Kirche hätten als vor zehn Jahren. Grund dafür sei vor allem das Bild des an der Klagemauer betenden Johannes Paul II. Das Bewusstsein "Die Christen hassen uns" - eine historische Erfahrung in Europa "besonders von 1492 bis 1945" - sei von Johannes Paul II. aufgebrochen worden. (ende)