"Es reicht nicht aus, die Armut zu beklagen"
Wien, 28.12.07 (KAP) "Es ist an der Zeit, vom Reden zum Tun zu gelangen", mahnte der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau am Freitag im Hinblick darauf, dass in den Weihnachtstagen Vertreter aller Parteien ihre Sorge über die wachsende Armut in Österreich zum Ausdruck gebracht haben. "Es reicht nicht aus, die Armut zu beklagen, Armutsbekämpfung muss einen höheren Stellenwert erhalten. Und es liegt an den Politikern, etwas zu verändern", stellte Landau fest.
"Mehr als 400.000 Menschen in Österreich leben in akuter Armut, damit dürfen wir uns nicht abfinden", so der Wiener Caritasdirektor. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander. Ein Viertel der Klienten, die sich an die Caritas-Sozialberatung wenden, habe nach Abzug der Fixkosten rund ums Wohnen nur noch vier Euro pro Tag zur Verfügung. "Vier Euro für Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel, Schulsachen für die Kinder - das ist zu wenig", betonte Landau.
Konkret fordere die Caritas eine rasche Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung, mehr Unterstützung für die besonders von Armut betroffene Gruppe der Alleinerzieherinnen, eine Reform des Vollzugs der Sozialhilfe und nicht zuletzt einen intensiveren Einsatz gegen Arbeitslosigkeit.