ITI übersiedelt 2009 nach Trumau
Wien, 2.1.08 (KAP) Mit dem Studienjahr 2009 wird das bisher in der Kartause Gaming untergebrachte "Internationale Theologische Institut für Studien über Ehe und Familie" (ITI) planmäßig seinen neuen Campus in Trumau (Niederösterreich) beziehen. Bei einem Pressegespräch präsentierte ITI-Vizepräsident Christiaan Alting von Geusau am Mittwoch das Projekt in Wien.
Der Umzug sei aus mehreren Gründen notwendig geworden, so Alting von Geusau. Zum einen habe das Institut in Gaming unter Platzmangel gelitten, da man sich die Räume der Kartause mit zwei weiteren Bildungseinrichtungen teilen müsse. Auf dem neuen Campus in Trumau werde nun ausreichend Platz sein, um auch die Familien der Studierenden unterzubringen und so den für das ITI wichtigen Aspekt des Miteinander-Lebens der Studierenden zu stärken. Angestrebt werde weiters der Ausbau des Instituts von derzeit 55 auf rund 120 Studierende.
Außerdem biete die Nähe sowie die gute verkehrstechnische Anbindung Trumaus an Wien die Möglichkeit zu einem "stärkeren Dienst an Kirche und Gesellschaft". Neben der Vertiefung der Kontakte zur Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien wolle man in Zukunft in Trumau theologische Konferenzen organisieren und Vortragsreihen und Abendkurse anbieten.
Mit dem Ausbau des neuen Campus und der angestrebten Erweiterung der Studierendenzahl wird auch eine Aufstockung des Professorenstabes notwendig. Derzeit lehren am ITI acht Professoren sowie mehrere Gastdozenten. Als Päpstliche Hochschule sei das ITI außerdem verpflichtet, sich nach den römischen Vorgaben zu richten. Diese verlangen eine Ausstattung mit 12 Professuren.
Der neue Campus wird auf einem rund vier Hektar großen Areal rund um Schloss Trumau entstehen. Den Grund hatte das ITI Anfang November vom Stift Heiligenkreuz erworben. Neben der Sanierung des Schlosses Trumau und dessen Ausstattung mit Vorlesungs- und Seminarräumen ist der Neubau von Wohnungen für Professoren und Studenten sowie die Sanierung des angrenzenden Hofrichterhauses als Verwaltungsgebäude geplant. Für die Realisierung der Baumaßnahmen ist ein Zeitraum von rund 15 Monaten vorgesehen, sodaß das Institut zum Studienjahr 2009/2010 seinen Betrieb offiziell aufnehmen kann.
Im Blick auf die Sanierung des Schlosses Trumau - eines interessanten barocken Baudenkmals - hofft das ITI auf die Unterstützung durch das Bundesdenkmalamt. Außerdem wird das Projekt auf Grund der gezielten Ansiedlung von Familien auf dem Campus durch die Wohnbauförderung des Landes Niederösterreich unterstützt.
Zentrum für ostkirchliche Studien
Zu den markanten Eigenschaften des ITI zählt laut Alting von Geusau die Internationalität der Ausbildung, der Schwerpunkt auf Ehe und Familie sowie die gsamteuropäische Ausrichtung. Die Studierenden kommen aus 17 verschiedenen Nationen, dementsprechend werden die Lehrveranstaltungen auf Englisch abgehalten.
Auch befindet sich ein Zentrum für ostkirchliche Studien im Aufbau. Nicht wenige Studenten sind unierte Katholiken des byzantinischen Ritus aus dem ukrainischen Raum; in Gaming wurde im Frühjahr 2007 vom unierten Großerzbischof von Kiew und Halytsch, Kardinal Lubomyr Husar, eine byzantinische Kapelle geweiht. Das im Entstehen begriffene Zentrum soll laut Alting von Geusau dazu beitragen, "den unglaublichen Reichtum der byzantinischen Theologie und Liturgie" neu zu erschließen und die westlichen Studierenden an diese Tradition heranzuführen.
Insgesamt strebe man im ITI eine "ganzheitliche Bildung" der Studierenden an. Dies bedeute, dass neben einer fundierten theologischen Ausbildung auch auf die spirituelle Bildung sowie das Miteinander-Leben auf dem Campus Wert gelegt werde.
Brückenfunktion im neuen Europa
Das ITI bietet die Möglichkeit, verschiedene Studienabschlüsse zu erwerben, darunter zwei verschiedene Magistergrade (Magister der Theologie sowie Aufbaustudium mit Schwerpunkt Ehe und Familie), das Lizenziat und das Doktorat in Studien zu Ehe und Familie. Im abgelaufenen Studienjahr hatte das ITI insgesamt 55 ordentliche Hörer aus 17 Ländern. 40 von ihnen sind Laien, 15 Kleriker. 37 sind Katholiken des lateinischen Ritus, 18 Katholiken des byzantinischen Ritus.
Gegründet wurde das Institut 1996 auf Initiative von Johannes Paul II., um jungen Menschen (vor allem aus Mittel- und Osteuropa) eine umfassende theologische Bildung mit dem Schwerpunkt Ehe und Familie zu ermöglichen. Durch seine Internationalität erfüllt das ITI, das den Status einer Päpstlichen Hochschule besitzt, auch eine Brückenfunktion im neuen Europa. Enge Kontakte pflegt das ITI auch zur Päpstlichen Hochschule des Stiftes Heiligenkreuz. Man stehe in keinerlei Konkurrenz zueinander, so Alting von Geusau, da beide Hochschulen "ganz spezifische Aufgaben" haben.
