Kärntner Caritas in Sorge um Straßenkinder Nairobis
Klagenfurt-Nairobi, 4.1.08 (KAP) Die Kärntner Caritas ist in Sorge über ein von ihr unterstütztes Straßenkinderprojekt in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Das Straßenkinderprojekt ist in der Pfarre Kariobangi angesiedelt und wird von Sr. Lydia Pardeller und Peter Quendler betreut.
In einer Presseaussendung zitierte die Kärntner Caritas am Freitag die jüngste Mitteilung des Pfarrers von Kariobangi, Pater Paulino: "Die Lage war am Freitag etwas besser, aber im ganzen Land wurden Hunderte Menschen umgebracht, sind verletzt oder auf der Flucht. Die Krankenhäuser sind hoffnungslos überfüllt. Rundherum brennen die Geschäfte. Wie durch ein Wunder sind Schulen und Kirchen jedoch unversehrt geblieben und intakt. Die betreuten Straßenkinder mussten jedoch an sichere Orte gebracht werden. Es herrscht ein großer Mangel an Lebensmitteln. Die Menschen sind verzweifelt, weil es nichts zu essen gibt. In den nächsten Tagen werden Suppenküchen eingerichtet, um die Bevölkerung zu versorgen".
Die Kärntner Caritas bittet um Spenden, damit sie Lebensmittel für die Straßenkinder beschaffen kann. (Spenden: Kto. Nr. Raiffeisen-Landesbank 100 35 08, BLZ: 39000, Kennwort: Straßenkinder Kenia)
700 Kinder werden betreut
Für die Erstversorgung der rund 700 von der Caritas in Nairobi betreuten Straßenkinder wurden von der Caritas Kärnten kurzfristig 5.000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Bedarf nach weiteren Spenden sei jedoch wesentlich höher, da auch zahlreiche Erwachsene in den Kirchen und Gemeindezentren der Pfarre Kariobangi Schutz und Unterkunft suchen, so der zuständige Projektkoordinator der Caritas Kärnten, Peter Quendler, im Gespräch mit "Kathpress".
Die Situation sei weiterhin "sehr dramatisch", so Quendler. Zwar wurden die betreuten Straßenkinder mittlerweile vor den Unruhen in Sicherheit gebracht, doch brennen weiterhin zahlreiche Häuser in Kariobangi, Geschäfte werden geplündert und die Krankenhäuser Nairobis seien überfüllt. Derzeit mangle es insbesondere an Lebensmitteln, Kleidung und Decken. Aufgrund der strengen Einfuhrbestimmungen seien materielle Spenden jedoch nicht sinnvoll, so Quendler. Hilfreich seien allein finanzielle Spenden, mit denen an Ort und Stelle die benötigten Hilfsgüter angekauft werden.
Im Rahmen ihres Straßenkinderprojekts unterhält die Caritas Kärnten in dem Slum-Viertel Kariobangi drei Schulen für rund 700 Straßenkinder. Dabei handelt es sich laut Quendler allerdings nicht um öffentliche Schulen, sondern um Bildungseinrichtungen, die den Kindern die Möglichkeit bieten sollen, die notwendigen Grundlagen für einen weiteren Schulbesuch im öffentlichen Schulsystem zu erwerben. Außerdem wird den oftmals vollkommen mittellosen Kindern durch die Caritas das Schuldgeld finanziert.
Errichtet wurde die Pfarre Kariobangi im Jahr 1973 von den Comboni- Missionaren. Damals siedelten in dem Gebiet rund 7.000 Menschen. Mittlerweile ist die Bevölkerungszahl in dem Slum-Gebiet auf rund 500.000 Menschen angewachsen. Pro Quadratkilometer leben dort durchschnittlich 90.000 Menschen. Damit ist Kariobangi einer der größten und am dichtesten besiedelten Stadtteile Nairobis.