Breite Unterstützung für Initiative von "Aktion Leben"
Graz-Linz, 4.1.08 (KAP) Die von der "Aktion Leben" gestartete Bürgerinitiative zur Förderung einer kinder- und elternfreundlichen Gesellschaft wird von kirchlichen Organisationen intensiv unterstützt. So stellten sich bei Pressekonferenzen in Graz und Linz der Arbeitskreis "Umfassender Schutz des Lebens" der steirischen Katholischen Aktion (KA) und die Katholische Aktion der Diözese Linz demonstrativ hinter die Forderungen der "Aktion Leben", denen durch eine bis zum 30. Juni laufende Unterschriftensammlung Nachdruck verliehen werden soll.
Wie der geistliche Assistent der steirischen KA, Msgr. Christian Leibnitz, bei der Pressekonferenz in Graz betonte, sei es "dringend notwendig, an einer Gesellschaft mitzubauen, in der alle Kinder herzlich willkommen sind". Ohne Kinder, so Leibnitz, "beraubt sich eine Gesellschaft ihrer Zukunft". Gerade an den Grenzen des Lebens sei es geboten, auf die Unantastbarkeit der Würde des menschlichen Lebens hinzuweisen.
Die Vorsitzende des Arbeitskreises "Umfassender Schutz des Lebens", Elisabeth Kapper-Weidinger, wies darauf hin, dass sich aus Angst vor finanziellen oder beruflichen Nachteilen immer weniger Menschen ein Leben mit Kindern zutrauen. Insbesondere schwangere Frauen würden oftmals "von ihrer Umgebung im Stich gelassen". Kapper-Weidinger wörtlich: "Sie bekommen eher einen Schwangerschaftsabbruch angeboten als Hilfe für ein Leben mit ihrem Kind".
Als beispielgebend für die Einrichtung eines öffentlich finanzierten Hilfsfonds für Schwangere in Not verwies Kapper-Weidinger auf den Patenschaftsfonds des Arbeitskreises. Aus dessen Mitteln konnten im vergangenen Jahr 13 schwangere Frauen und ihre Kinder unterstützt werden.
Fristenregelung entbindet nicht von Lebensschutz
Unterstützung erfahren die Forderungen der "Aktion Leben" auch durch die KA der Diözese Linz. Wie Margit Hauft, die Präsidentin der oberösterreichischen KA bei der Pressekonferenz in Linz betonte, entbinde die Einführung der Straffreiheit bei Abtreibung in den ersten drei Monaten - die sogenannte "Fristenregelung" - den Staat "nicht von seiner primären Verpflichtung zum Schutz des menschlichen Lebens". Da die Umsetzung und gesetzliche Verankerung der zugesagten "flankierenden Maßnahmen" weiterhin auf sich warten lasse, sei es notwendig, den Forderungskatalog der "Aktion Leben" zu unterstützen, so Hauft.
Auch in Oberösterreich sinke die Geburtenrate, so Hauft weiter. In den vergangenen 15 Jahren sank die Geburtenrate von rund 18.000 Geburten pro Jahr auf derzeit rund 13.500. Der Hauptgrund sei darin zu suchen, dass die Müttergeneration weiter schrumpfe und die ehemals geburtenstarken Jahrgänge der sechziger Jahre mittlerweile älter als 40 sind. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau liege derzeit bei nur knapp 1,5 Kindern. Die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes habe zwar eine geringfügige Aufwärtsbewegung gebracht, in den nächsten Jahren sei aber mit keinem gravierenden Aufwärtstrend zu rechnen, so Hauft.
Doris Schulz, Vorsitzende der "Aktion Leben"-Oberösterreich hob bei der Pressekonferenz in Linz hervor, dass in Oberösterreich die Zufriedenheit über die Familienleistungen des Landes generell sehr hoch sei. Die Forderungen der "Aktion Leben" seien daher als Beitrag zu verstehen, diese positive Grundstimmung weiter zu vertiefen, so Schulz. Kinder seien "keine Privatsache, keine Altersvorsorge, sondern unsere einzige Zukunft", so Schulz. Aus diesem Grund müsse eine "moderne Frauen- und Familienpolitik nicht Werbung für Abreibung, sondern Werbung für Schwangerenberatung" betreiben.
Zwar fördere das Ministerium die Familienberatungsstellen, es mangele jedoch an öffentlicher Wahrnehmung und an aktiver Bewerbung, so Schulz. Das Angebot an Familienberatungsstellen sei zwar im städtischen Raum recht dicht, im ländlichen Raum jedoch seien viele Frauen von den Angeboten abgeschnitten. Da insbesondere im Bereich der Pränatalmedizin eine intensive Beratung und Aufklärung notwendig sei, müsse die Bewerbung der Beratungsstellen intensiviert werden. Möglich wäre eine Bewerbung durch Hinweise auf dem Beipackzettel von Schwangerschaftstests, aber auch die öffentliche Bewerbung auf Plakatwänden, in Arztpraxen und Ambulanzen, so Schulz.
Umfassender Forderungskatalog
Konkret fordert die "Aktion Leben" einen öffentlich finanzierten Hilfsfonds für Schwangere in Not, die ständige Werbung für Schwangerenberatung sowie vielfältige Unterstützungen für Eltern von Kindern mit Behinderung. In diesem Zusammenhang sollte laut "Aktion Leben" auch der Lebensschutz in der Verfassung verankert werden. Überdies fordert die "Aktion Leben" eine weitere qualitative Verbesserung und einen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze. Entscheidendes Kriterium müsse dabei die Wahlfreiheit zwischen inner- und außerfamiliärer Betreuung sein sowie die Leistbarkeit der Betreuungsplätze.
Der Präsident der "Aktion Leben", Prof. Paul Aiginger, hatte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien darauf hingewiesen, dass die Geburtenraten in Österreich seit 2004 erneut im Sinken begriffen seien. Da dies nicht zuletzt auf die starke Bewerbung der Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs zurückzuführen sei, müsse nun dringend gehandelt werden, so Aiginger. Zwar seien die heuer in Kraft getretenen Schritte des Familienministeriums zum Ausbau des Kinderbetreuungsgeldes prinzipiell zu begrüßen, es gebe jedoch "noch viel Handlungsbedarf", so der "Aktion Leben"-Präsident. Die präsentierte parlamentarische Bürgerinitiative verstehe sich daher auch als konstruktiver Beitrag zum Weiterdenken des begonnenen Weges.
Bürgerinitiative bis 30. Juni
Die parlamentarische Bürgerinitiative der "Aktion Leben" läuft bis zum 30. Juni dieses Jahres. Im Herbst sollen die Unterschriften schließlich Nationalratspräsidentin Barbara Prammer übergeben werden. Unterschriftsberechtigt sind alle österreichischen Staatsbürger ab Vollendung des 19. Lebensjahres.
Unterschriftenlisten liegen laut "Aktion Leben" in den Diözesen, in Pfarren, Eltern-Kind-Zentren und Jugendbetreuungseinrichtungen aus. Auch über die Website der "Aktion Leben" kann Informationsmaterial und die Unterschriftenliste heruntergeladen werden (www.aktionleben.at).