Zahl der Katholiken bleibt in Österreich stabil
2007 wurden insgesamt 36.858 Kirchenaustritte gezählt, im Jahr zuvor waren es 36.816 gewesen. Auch die Wieder- und Neueintritte blieben mit 4.800 konstant. Hoher Anteil an Katholiken unter Migranten. Österreich hat 5,6 Millionen Katholiken
Wien, 8.1.08 (KAP) Die Zahl der Kirchenaustritte ist in Österreich im Vorjahr auf dem Niveau von 2006 gleich geblieben. Nach den Angaben der Diözesen wurden 2007 insgesamt 36.858 Kirchenaustritte gezählt, im Jahr zuvor waren es 36.816 gewesen. Auch die Zahl der Wiedereintritte und Neueintritte (von bisher nicht getauften Erwachsenen) blieb mit 4.800 konstant. Keine konkreten Angaben für 2007 liegen bisher gesamtösterreichisch über die Zahlen der Kindertaufen und über die katholischen Immigranten vor. Unter den Immigranten ist immer ein hoher Prozentsatz von Katholiken, vor allem aus Osteuropa, Südasien und Afrika. Die Zahl der Katholiken wird in Österreich derzeit auf 5,6 Millionen geschätzt.
Wien: Austritte seit 1983 halbiert
In der Erzdiözese Wien blieb die Anzahl der Kirchenaustritte 2007 auf konstant niedrigem Niveau: Nach vorläufigen Angaben sind im vergangenen Jahr 11.649 Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten, das entspricht 0,88 Prozent der Katholiken in der Erzdiözese. 2006 war die Zahl der Austritte mit 11.630 auf den niedrigsten Wert seit Einführung der EDV-gestützten Datenerhebung in der Erzdiözese Wien Anfang der achtziger Jahre gesunken. Insgesamt sind die Kirchenaustritte in der Erzdiözese seit Ende der achtziger Jahre (1988: 20.864 Austritte) um rund 45 Prozent zurückgegangen.
Die Austrittsstatistik für 2007 bestätigt auch den langfristigen Rückgang bei den Kirchenaustritten im Vikariat Wien-Stadt der Erzdiözese, das für den Bereich der Bundeshauptstadt zuständig ist. Im Vergleich zu 2006 blieb die Anzahl der Kirchenaustritte hier mit 8.018 gleich (2006: 8.017). Damit haben sich die Kirchenaustritte im Wiener Stadtgebiet seit 1983 - dem stärksten Austrittsjahr mit 16.542 Austritten - halbiert. Auch in ihrem niederösterreichischen Anteil verzeichnet die Erzdiözese Wien im Jahr 2007 ein Stagnieren der Kirchenaustritte auf niedrigem Niveau. Nach den derzeit vorliegenden Daten sind in den Vikariaten "Unter dem Manhartsberg" und "Unter dem Wienerwald" im Jahr 2007 - genauso wie im Jahr zuvor - 0,6 Prozent der Katholiken (das sind 3.631 Personen; 2006: 3.613) aus der katholischen Kirche ausgetreten. Mit 601.000 Gläubigen blieb im niederösterreichischen Anteil der Erzdiözese auch die Katholikenzahl im Vergleich zum Vorjahr gleich.
Rund 1.500 Personen sind in der Erzdiözese Wien im Vorjahr in die katholische Kirche zurückgekehrt oder neu eingetreten. Diese Zahl bleibt damit im Vergleich zu den Vorjahren konstant. Insgesamt leben in der Erzdiözese Wien derzeit rund 1,32 Millionen katholische Gläubige, 55 Prozent von ihnen sind Frauen. Zusätzliche Angaben zur Veränderung der Katholikenzahl (Taufen, Sterbefälle, Zuwanderung) liegen für das Jahr 2007 aus der Erzdiözese Wien derzeit noch nicht vor.
Größte Diözese Österreichs
Die größte Diözese des Landes umfasst zwei sehr unterschiedliche Gebiete: einerseits die Stadt Wien, die einzige Millionenstadt Österreichs, die auch auf Grund ihrer kulturellen und politischen Geschichte eine besondere pastorale Herausforderung darstellt. Andererseits die Osthälfte des Bundeslandes Niederösterreich, die zum Teil noch stark von der katholischen Tradition geprägt ist. Wegen der unterschiedlichen Struktur dieser Gebiete ist die Diözese seit den 1970er Jahren in drei Regionen (Vikariate) unterteilt: Das "Vikariat Unter dem Manhartsberg" umfasst das Weinviertel und das Marchfeld, zum "Vikariat Unter dem Wienerwald" gehören das Gebiet des niederösterreichischen Industrieviertels und die Bucklige Welt. Das "Vikariat Wien-Stadt" ist mit dem Wiener Stadtgebiet deckungsgleich.
Das Netz der Seelsorge bilden die 660 Pfarrgemeinden der Diözese. Gemeinsam mit 1.600 Priestern, Diakonen und Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten sind die 6.500 Mitglieder in den Pfarrgemeinderäten "Schwungfedern" kirchlichen Lebens. Weitere 8.000 fast zur Gänze ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) sind in unterschiedlichsten Bereichen von der Kinder-, Jugend- und Familienpastoral über die Kranken- und Behindertenseelsorge bis hin zur Universitäts- und Tourismusseelsorge für die Menschen da. Charakteristisch für die Erzdiözese sind auch die 30 anderssprachigen Gemeinden, in denen Katholiken aus der ganzen Welt in Wien eine "geistliche Heimat" finden.
Mehr "Rückkehrer" in Steiermark
Die Statistik der Diözese Graz-Seckau weist für das Vorjahr 892.703 Katholiken aus, was im Vergleich zu 2006 (898.932) einen minimalen Rückgang um 0,69 Prozent bedeutet. Leicht rückgängig war die Zahl der Austritte mit 5.698 (2007) gegenüber 5.701 (2006). Deutlich gestiegen sind in der Steiermark hingegen die Wiedereintritte mit 1.031 (2007) gegenüber 832 (2006).
Weniger Austritte in der Erzdiözese Salzburg
Die Erzdiözese Salzburg kann sich ebenfalls über einen Rückgang der Austrittszahlen freuen. 2007 verließen 2.877 Personen die katholische Kirche, 2006 waren es 2.942 - was einen Rückgang von 0,45 Prozent bedeutet. 342 Personen traten im vergangenen Jahr wieder in die Kirche ein, 2006 waren es 386.
Insgesamt weist die Statistik der Erzdiözese Salzburg für 2007 503.959 Katholiken aus. 2006 waren es 506.258.
Auch in der Diözese Linz
Auch in der Diözese Linz sind die Kirchenaustritte rückläufig bei gleichzeitiger Steigerung der Wiedereintritte und der Zahl der Firmkandidaten. Die Statistik der Diözese Linz weist für 2007 1,048 Millionen Katholiken aus. 2006 waren es 1,051 Millionen. 6.160 Personen traten im Vorjahr in der Diözese Linz aus der Kirche aus, das sind um 139 Personen weniger als im Jahr davor. Hingegen traten 804 Personen 2007 wieder in die katholische Kirche ein (gegenüber 788 Personen im Jahr 2006).
Stabilität in Innsbruck
Auch in der Diözese Innsbruck ist die Katholikenzahl 2007 mit 407.880 weitgehend stabil geblieben. 2006 waren es 408.008, was einem marginalen Rückgang um 128 Personen oder 0,03 Prozent entspricht. 2.347 Personen traten aus der Kirche aus (das sind um 59 mehr als 2006). Die Zahl der Eintritte betrug 260 und blieb damit gegenüber 2006 praktisch gleich.
St. Pölten setzt auf Erneuerung
549.631 Katholiken haben derzeit nach kirchlichen Angaben ihren Hauptwohnsitz in der Diözese St. Pölten. 2006 waren es 552.788. Im vergangenen Jahr sind 3.885 Katholiken zugezogen und 4.428 weggezogen. Im gleichen Zeitraum haben 3.420 Personen die Kirche verlassen. Das sindum 392 mehr als 2006 und um 582 weniger als 2005. 2007 sind 268 Personen wieder in die Kirche zurückgekehrt. Dieser Anteil ist seit Jahren im Steigen begriffen und bedeutet eine Zunahme um etwa 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als es 241 waren. Im vergangenen Jahr wurden etwa gleich viele Firmungen gespendet wie im Jahr zuvor, nämlich 6.600 gegenüber 6.598 (2006). Bei einer leicht sinkenden Zahl von Katholiken bedeutet dies ein zunehmendes Interesse der Jugend an der Kirche.
Jeder einzelne Austritt ist zu bedauern, so der Direktor des Pastoralamtes, Wilfried Kreuth, zu den aktuellen Daten. Die Ursachen, warum Menschen die Kirche verlassen, seien vielfältig: "Es ist ein Trend der Zeit". Erst in existenziellen Fragen und bei tiefer persönlicher Betroffenheit würden Menschen wieder auf den eigentlichen Lebenssinn gestoßen, so Kreuth. Dann fänden viele wieder zur Kirche zurück, "denn letztlich ist es der Glaube, der Halt im Leben gibt und eine Perspektive über das Dasein hinaus ermöglicht".
Der Leiter des Pastoralamts setzt seine Hoffnung darauf, dass der begonnene Erneuerungsprozess in der Diözese St. Pölten sich bald auswirkt. Kreuth: "Durch diesen Aufbruch ist Bewegung in die Kirche gekommen". Viele Gläubige hätten neuen Mut gefasst und versuchten, "mit neuem Elan ihrer Überzeugung als Christen Ausdruck zu verleihen". Dieses Engagement aktiver Christen könnte ein Impuls sein, "dass manche wieder auf den tieferen Sinn des Lebens hingewiesen werden".
Kärnten: 73 Prozent Katholiken
In der Diözese Gurk sind im Jahr 2007 2.348 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Gegenüber 2006 (2.312 Personen) ist die Zahl der Kirchenaustritte somit geringfügig gestiegen, um 1,56 Prozent. Insgesamt machen die 2.348 Austritte des Jahres 2007 0,57 Prozent der Gesamtzahl der Katholiken der Diözese Gurk aus. Die Zahl der (Wieder-)Eintritte und Übertritte ist mit 318 Aufnahmen im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr 2006 mit 317 Aufnahmen nahezu gleich geblieben. Mit Stichtag 1. Jänner 2008 sind nach kirchlichen Berechnungen 409.363 Kärntnerinnen und Kärntner, das sind 73,05 Prozent der Gesamtbevölkerung, römisch-katholisch (am 1. Jänner 2007 waren es 411.971.).
Feldkirch: 10 Prozent weniger Austritte
Ein Zuwachs bei den Eintritten zeichnet sich in der Diözese Feldkirch für das Jahr 2007 ab, die Zahl der Austritte ist gegenüber 2006 um rund 10 Prozent rückläufig. Die vorläufigen Zahlen lassen für das Jahr 2007 rund 1.595 Austritte erwarten, das sind um 175 weniger als im Jahr zuvor. Bis zum 31. Dezember sind 180 Erwachsene in Vorarlberg in die katholische Kirche eingetreten (2006 waren es 182). "Die erfreuliche Tendenz der vergangenen Jahre setzt sich offensichtlich fort", so Pastoralamtsleiter Walter Schmolly zu den Zahlen.
In vielen kirchlichen Einzelstatistiken zeigten sich positive Entwicklungen, so der Pastoralamtsleiter. Beispielsweise sei die Nachfrage in den kirchlichen Bildungs-, Beratungs- und Sozialeinrichtungen konstant hoch und die Zugriffszahlen auf die Website der katholischen Kirche in Vorarlberg würden auch kontinuierlich steigen.
Insgesamt weist die kirchliche Statistik für Vorarlberg im vergangenen Jahr 262.044 Katholiken auf, gegenüber 263.613 im Jahr davor.
Eisenstadt: Mehr Neueintritte
Die Diözese Eisenstadt zählte 2007 209.604 Katholiken (gegenüber 211.048) im Jahr davor. Die Zahl der Austritte sank von 846 (2006) auf 764 (2007), die Zahl der Neueintritte stieg von 7 auf 15, die der Wiedereintritte sank geringfügig von 84 auf 78. (ende)