"Aktion Leben" begrüßt Schwangerenberatung-Diskussion
Wien, 8.1.08 (KAP) Die "Aktion Leben" begrüßt die aktuelle Diskussion in der Koalition um die Schwangerenberatung. Wie die Generalsekretärin der "Aktion Leben", Martina Kronthaler, am Dienstag im Gespräch mit "Kathpress" betonte, deute die Debatte darauf hin, dass "endlich auch bei den politischen Entscheidungsträgern die Dringlichkeit des Schutzes ungeborenen Lebens angekommen ist". Offensichtlich habe man eingesehen, dass man auch politisch der "immer aggressiveren Bewerbung des Schwangerschaftsabbruchs als Form einer Problemlösung" durch eine differenziertere Diskussion und eine Stärkung der vorhandenen Beratungsstellen entgegentreten müsse.
"Prinzipielle Zustimmung" äußerte Martina Kronthaler zu dem Vorschlag, eine Wartefrist zwischen der Erstfeststellung der Schwangerschaft und einem möglichen Abtreibungstermin einzuführen. So entstehe ein Zeitfenster, dass es Schwangeren ermögliche, "in einen wichtigen Informations- und Klärungsprozess einzutreten", um schließlich zu einer wohlausgewogenen Entscheidung zu finden und Panikreaktionen auszuschließen. Kronthaler erinnerte in diesem Zusammenhang an die Forderung der Initiative "Mut zum Kind", in der der Katholische Familienverband, die "Aktion Leben" sowie die Erzdiözese Wien im Herbst vergangenen Jahres eben diese Forderung formuliert hatten.
Als sinnvoll bezeichnete Martina Kronthaler den Vorschlag einer Trennung zwischen beratendem und abtreibendem Arzt. Auch sei eine stärkere Arbeitsteilung zwischen den beratenden Ärzten und den psychosozialen professionalisierten Beratungsdiensten wünschenswert, da dies eine "mehrdimensionale Beratung" ermöglichen würde, die "individuell auf die Bedürfnisse der Schwangeren eingehen kann", so die "Aktion Leben"-Generalsekretärin. Außerdem könne ein weiterer Ausbau des Beratungsstellennetzes und eine stärkere Bewerbung der zahlreichen Beratungsangebote für Schwangere dazu beitragen, die Ärzte zu entlasten.
Weitere Konkretisierung notwendig
Eine weitere Diskussion der Vorschläge und eine Konkretisierung im Einzelnen sei notwendig, betonte Martina Kronthaler. Sie erinnerte an die Vorschläge der "Aktion Leben", Ärzte bei Erstfeststellung einer Schwangerschaft zum Hinweis auf die Möglichkeit von Beratungsangeboten zu verpflichten. Eine weitere bedenkenswerte Maßnahme sei die regelmäßige Erhebung der Motive, die schwangere Frauen zu einer Abtreibung bewegen. Nur so seien die Beratungsstellen in der Lage, genau und optimal auf die Bedürfnisse der Frauen einzugehen.
Merckens: "Es bewegt sich etwas"
"Sehr erfreut" äußerte sich die Lebensschutz-Beauftragte der Erzdiözese Wien, Stephanie Merckens, über den Vorstoß von VP-Justizsprecher Abg z NR Heribert Donnerbauer zum Ausbau der Beratung im Schwangerschaftskonflikt. "Endlich scheint sich etwas zu bewegen", so Stephanie Merckens im Gespräch mit "Kathpress" am Dienstag. Jahrzehntelang sei immer wieder in Erinnerung gerufen worden, dass Frauen, die durch eine Schwangerschaft in Konflikt oder Not geraten, "von der österreichischen Politik viel zu sehr allein gelassen werden". Umso erfreulicher seien die jüngsten Signale aus der ÖVP, die auf einen Ausbau der Beratung hinauslaufen. Seriöse Information brauche Zeit, deshalb sei die "Bedenkzeit" für die Frauen so notwendig.
"Es wäre schön, wenn die SPÖ auch mitzieht", sagte Stephanie Merckens im Gespräch mit "Kathpress". Moderne Frauen- und Sozialpolitik dürfe die Frauen im Schwangerschaftskonflikt "nicht allein lassen".
