Interreligiöser Schulterschluss der Jugend gegen Hetze
Wien, 16.1.07 (katholisch.at) Die Katholische Jugend Österreich (KJ), die Evangelische Jugend Österreich (EJ) und die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) treten gemeinsam für ein beispielhaftes Miteinander und gegenseitigen Respekt ein. In einer gemeinsamen Presseaussendung der drei Organisationen vom Mittwoch erklärt KJ-Vorsitzender Stefan Wurm wörtlich: "Wir sind zutiefst schockiert über die Äußerungen der Grazer FPÖ-Stadtpolitikerin Winter und distanzieren uns davon. Dieser Pauschalangriff auf eine andere Religionsgemeinschaft ist auf das Schärfste zu verurteilen und zurückzuweisen." Hier seien ganz klar Grenzen überschritten worden.
Als junge Menschen würden die Mitglieder der drei Organisationen die Meinungsfreiheit als ein wertvolles und zu schützendes Gut schätzen. Zugleich fordere man aber auch den Schutz von religiösen Symbolen und Überzeugungen, so Jörg Bader, Vorsitzender der Evangelischen Jugend Österreich.
Tugba Seker, Vorsitzende der Muslimischen Jugend Österreich, zeigt sich erfreut, "dass die politische Landschaft in Österreich die gefährlichen Aussagen entschieden abgelehnt hat und die unterschiedlichen Religionsgemeinschaften unseres Landes solidarisch gegen Respektlosigkeiten gegenüber Religionen und deren Werte auftreten". Sie appelliere an die muslimischen Jugendlichen, sich von derartigen Aussagen nicht provozieren zu lassen, und gleichzeitig an alle Jugendlichen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen "und damit einem so niveaulosen Politikstil eine klare Absage zu erteilen".
"Zwischen der Katholischen Jugend Österreich, der Muslimischen Jugend Österreich und der Evangelischen Jugend Österreich gibt es eine längere und erfolgreiche Zusammenarbeit", so KJ-Vorsitzender Wurm: "Wir sehen es als unsere gemeinsame Aufgabe, Jugendliche, die bei den Kommunalwahlen ja gefragt sind, für mehr gegenseitige Toleranz zu sensibilisieren und Vorurteile abzubauen. Aussagen, wie denen der FPÖ, darf kein fruchtbarer Boden geboten werden."
Die drei Jugendorganisationen stehen seit langem im ständigen Austausch: Die Kooperation in der Bundesjugendvertretung läuft gut und auch bei gemeinsamen Projekten wie etwa dem christlich-muslimischen Fußballturnier in Wien oder dem ökumenischen Jugendrat ist die Zusammenarbeit sehr erfolgreich. Gerade bei solchen Projekten stehen das persönliche Kennenlernen und ein fairer Umgang miteinander im Mittelpunkt. Vorurteile, die oft durch hetzerische Aussagen von gewissen Politikern geschürt werden, sollten dadurch abgebaut werden, heißt es in der Presseaussendung abschließend.
