Papst Benedikt XVI. lobt ORF
Vatikanstadt, 24.1.08 (KAP) Hohes Papstlob für den ORF gab es bei einer Begegnung Papst Benedikts XVI. mit einer ORF-Delegation unter Führung von Generaldirektor Alexander Wrabetz. Kardinal Christoph Schönborn stellte dem Papst die ORF-Delegation vor und sagte anschließend im Gespräch mit dem "Osservatore Romano", Benedikt XVI. habe bei seinem Österreich-Besuch im Vorjahr "der Kirche und der Gesellschaft Mut gemacht". Die Österreicher seien fasziniert gewesen, wie der Papst "mit Klarheit und Demut" alle Themen anging.
ORF-Generaldirektor Wrabetz überreichte dem Papst drei DVDs: "Papst Benedikt XVI. in Österreich", "Mein Vatikan" (eine Sendung, die noch mit Kardinal Joseph Ratzinger erstellt worden war und die aus Anlass des Papstbesuchs - aktualisiert durch ein Interview mit Kardinal Schönborn - nochmals ausgestrahlt wurde) und "Worte an den Papst" (im Vorfeld des Papstbesuches war ein ORF-Team in ganz Österreich unterwegs, um persönliche Worte sehr unterschiedlicher Menschen an den Papst aufzunehmen). Wrabetz erinnerte bei der Begegnung mit Benedikt XVI. an das große Publikumsinteresse an der ORF-Berichterstattung über die Pilgerfahrt des Papstes. Der ORF habe allein im Fernsehen 16 Stunden Live-Berichterstattung ausgestrahlt. Ingesamt 2,8 Millionen Zuseherinnen und Zuseher sahen die ORF-Übertragungen, das entspricht 40 Prozent der Bevölkerung. Den höchsten Marktanteil erreichte mit 53 Prozent (486.000 Zuseherinnen und Zuseher) die Übertragung des Festgottesdienstes aus Mariazell am 8. September. Die "Zeit im Bild" am 9. September sahen bis zu 1,3 Millionen. Auf der ORF-Website zum Papstbesuch gab es von 7. bis 9. September mehr als 500.000 Aufrufe. Von der DVD "Papst Benedikt XVI. in Österreich" wurden 10.000 Stück verkauft (normalerweise werden von solchen DVDs 3.000 bis 4.000 Stück abgesetzt).
Im Anschluss an die Begegnung mit Benedikt XVI. stellte Kardinal Schönborn die ORF-Delegation dem neuen Präsidenten des Päpstlichen Medien-Rates, Erzbischof Claudio Maria Celli, vor. Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz betonte dabei die Wichtigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und hob insbesondere die hervorragende Kooperation zwischen ORF und Kirche beim Besuch Papst Benedikts XVI. hervor. Kirche und ORF seien echte Partner im Dienst der Menschen, nicht zuletzt deshalb, weil auch die Kirche von ihrem Selbstverständnis her einen "Öffentlichkeitsauftrag" hat.
ORF-Generaldirektor Wrabetz verwies darauf, dass es angesichts der dramatischen technischen Evolution - auf die auch in der neuen Botschaft des Papstes zum diesjährigen kirchlichen Mediensonntag eingegangen werde - Herausforderungen für die großen Medien wie auch für die Kirchen gebe. Ein Stichwort sei die mit der Digitalisierung verbundene Fragmentierung durch Spartenkanäle. Für eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt wie den ORF sei Religion ein wichtiger Teil des Programmauftrags, der auch entsprechend wahrgenommen wird, während im Bereich der Privatsender Religion wenig vorkomme.
Erzbischof Celli betonte die weit über Österreich hinausgehende Bedeutung der Mariazell-Pilgerfahrt von Benedikt XVI. im September des Vorjahrs. Gerade durch den Einsatz der Medien seien die Ansprachen des Papstes über wesentliche Themen zu einem "Geschenk für die Weltkirche" geworden. Auch Celli brachte den herzlichen Dank des Vatikans an die Verantwortlichen des ORF zum Ausdruck.
Die Entwicklung einer neuen Medienkultur unter den jungen Menschen in aller Welt sei für die Kirche eine große Herausforderung, unterstrich der Erzbischof. Spannend sei auch die Entwicklung, dass die "User" im Internet von "Medienkonsumenten" zu "Medienproduzenten" werden. Über diese Thematik sollte sowohl im medialen als auch im kirchlichen Bereich intensiv nachgedacht werden.
Der ORF-Delegation, die unter Führung von Alexander Wrabetz in Rom war, gehörten auch Informationsdirektor Elmar Oberhauser, Hörfunkdirektor Willy Mitsche, TV-Religionschef Gerhard Klein, Manfred Lielacher von der Technischen Direktion sowie Caritas-Präsident Franz Küberl als Mitglied des ORF-Stiftungsrates an. Der österreichische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Martin Bolldorf, gab für die ORF-Delegation ein Essen, an dem u.a. auch der Pressesprecher des Heiligen Stuhls und Generaldirektor von "Radio Vatikan", P. Federico Lombardi SJ, teilnahm.