Von der Ausrottung der Lepra noch weit entfernt
Wien, 28.1.08 (KAP) Mehr Anstrengungen, um die Lepra-Krankheit endlich auszurotten, hat der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ("Missio") in Österreich), Msgr. Leo Maasburg, anlässlich des Welt-Lepra-Tages am Sonntag gefordert. Mit diesem Tag wird jährlich weltweit an den Kampf gegen die inzwischen heilbare, aber noch immer nicht besiegte Krankheit erinnert. Bereits seit 1954 werde dieser Tag begangen, "und vom ursprünglichen Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Lepra bis zum Jahr 2000 ausgerottet zu haben, ist man immer noch weit entfernt", wird in einer "Missio"-Aussendung kritisch festgestellt.
Bis zu vier Millionen Menschen in den Ländern des "Südens" litten an Lepra. Jährlich gibt es nach Schätzungen 600.000 Neuinfektionen, das sind 1.643 neue Leprakranke pro Tag. Sie leiden nicht nur an Verstümmelungen und Entstellungen, sondern auch an sozialer Ausgrenzung. Rund zehn Prozent der Leprakranken sind Kinder, die eine besondere Hilfe und Betreuung benötigen. Auch heute noch würden Leprakranke versteckt oder ausgestoßen, denn noch immer gelte bei manchen die Krankheit als "Strafe Gottes", und die Erkrankten werden als "unrein" betrachtet, so "Missio".
Nationaldirektor Maasburg erinnerte an Mutter Teresa, die auch immer wieder betont habe, dass diese Krankheit heilbar ist. Mit dem Erlös des Papamobils, das ihr Papst Paul VI. nach dem Eucharistischen Kongress in Bombay schenkte, habe sie ein Lepradorf in Indien gebaut. Maasburg, selbst langjähriger Begleiter von Mutter Teresa, wies darauf hin, dass sich heute weltweit knapp 600 Leprastationen in Trägerschaft der katholischen Kirche befinden und in diesen mehr als 800.000 Patienten betreut werden: "Die katholische Kirche leistet einen unverzichtbaren Beitrag in der Bekämpfung von Lepra. Und ich bin stolz darauf, dass wir mit dem Aussätzigen-Hilfswerk Österreich, das von 'Missio' getragen wird, und dank der Großzügigkeit der Österreicherinnen und Österreicher helfen können."
50 Jahre Aussätzigen-Hilfswerk Österreich
1958 in Bregenz gegründet, kann das Aussätzigenhilfswerk 2008 auf 50 Jahre im Einsatz für Leprakranke zurückblicken. Seit vielen Jahren engagiertsich das von "Missio"-Vorarlberg getragene Hilfswerk auch für die Bekämpfung anderer Krankheiten wie Tuberkulose und Aids, die auf dem Boden extremer Armut gedeihen.
Mehr als eine Million Euro wurden im vergangenen Jahr in ganz Österreich für die Bekämpfung von Lepra und Tuberkulose gespendet. Damit wurden Programme zur Erkennung und Bekämpfung von Lepra oder Tuberkulose, mobile medizinische Dienste und Gesundheitszentren in Asien, Afrika und Lateinamerika unterstützt.
Darüber hinaus haben österreichische Ärzte, Apotheken, Pharmafirmen und Spitäler im Rahmen der Medikamentenaktion des Aussätzigen-Hilfswerks 18,8 Tonnen an Arzneimitteln und Verbandsmaterial im Wert von mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weiters wurden fünf LKW-Züge mit medizinischen Geräten und Hilfsgütern an Spitäler in Osteuropa vermittelt (Informationen: Aussätzigen-Hilfswerk Österreich, 6900 Bregenz, Weidachstraße 1, Tel. 05574/71.742.12; Spendenkonto Nr. 11.111.114, Hypo-Bank Vorarlberg, BLZ 58000).
Papst bekundet Solidarität mit Leprakranken
Vatikanstadt, 27.1.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat zur Solidarität mit den rund zehn Millionen Lepra-Kranken in der Welt aufgerufen. Zum jährlichen Welttag des Lepra-Kranken bekundete er am Sonntag den Betroffenen sein Mitgefühl. Zugleich würdigte er nach seinem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz den Einsatz der Hilfsorganisationen und der vielen freiwilligen Helfer, die sich im Kampf gegen das Hansen-Bakterium engagieren. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO infizieren sich jährlich mehrere Hunderttausend Menschen neu mit der Krankheit, die im Prinzip mit geringem medizinischem Aufwand heilbar ist. Der Welttag wurde vor 55 Jahren von dem Franzosen Raoul Follereau (1903-77) ins Leben gerufen.
