Caritas: "Hilfe für Straßenkinder kommt an"
Wien-Kiew, 30.1.08 (KAP) Der Wiener Caritasdirektor Michael Landau hat vor wenigen Tagen ein Straßenkinderzentrum in der ukrainischen Hauptstadt Kiew besucht, das von der Caritas aus Mitteln der Februarkampagne unterstützt wird. "Die Kinder bekommen Motivation für ihr Leben - und Motivation, wieder zu leben", zog Landau nach seiner Rückkehr ein positives Resümee. Die Caritas wolle Menschen auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit begleiten. Projekte wie das Straßenkinderzentrum zeigten, dass dies gelinge, so Landau.
Das Zentrum im Kiewer Vorstadtbezirk Darnica bietet ehemaligen Straßenkindern und Kindern sowie Jugendlichen aus zerrütteten und verarmten Familien ein Zuhause. Sie erfahren Stabilität und Geborgenheit, werden mit ausreichender und gesunder Nahrung versorgt und medizinisch behandelt. Oft ist auch eine psychologische Betreuung nötig, so der Caritasdirektor: "Die Kinder haben zum Teil Ungeheures hinter sich." Als besonders wichtig erachtet Landau, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums ihre Schützlinge dazu ermuntern, wieder in die Schule zu gehen; eine Ausbildung eröffne den Kindern Perspektiven und Chancen für ihr weiteres Leben.
"Für mich ist das ein Projekt, das Mut macht, das zeigt, Veränderung ist möglich, und das auch zeigt, wie sehr einzelne Menschen, die sich engagieren, in einer Gesellschaft etwas bewegen können", so Landau weiter in Anspielung auf die Leiterin des Zentrums, Vera Koshil.
Koshil ist es ein Anliegen, dass das Zentrum allen Kindern und Jugendlichen offen steht. So sind auch jene willkommen, die es nicht schaffen, sich dauerhaft in die Wohngemeinschaft zu integrieren. Wer auch immer an die Tür des Straßenkinderzentrums klopft, erhält eine Mahlzeit, Kleidung, Waschgelegenheit und medizinische Hilfe.
Langfristig können im Zentrum derzeit zwölf Kinder zwischen drei und 16 Jahren aufgenommen werden. Zusätzlich gibt es zwölf Plätze für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 23 Jahren. In einer betreuten Wohngemeinschaft lernen sie, ihren Alltag zu meistern, zu kochen, ihre Wäsche zu waschen, ein Haushaltsbudget zu erstellen, und sie werden in ihrer Ausbildung unterstützt.
Das Zentrum ist außerdem auch Ausgangspunkt mehrerer Initiativen, beispielsweise von Selbsthilfegruppen für alleinerziehende Großmütter und Väter. Auch Pläne für einen Ausbau des Projektes liegen vor, schon im Herbst sollen Werkstätten für Jugendliche, darunter eine Tischlerei und eine Töpferei, eröffnet werden.
"Kälte ist kein Kinderspiel"
Mit der aktuellen Februarkampagne der Caritas sollen rund 250 Projekte in Ost- und Südosteuropa finanziert werden. Das Motto lautet "Kälte ist kein Kinderspiel." Dem Motto gemäß kommen viele Projekte - wie in Kiew - Kindern und Jugendlichen zugute, aber auch das Schicksal der alten Bevölkerung wird nicht aus den Augen verloren. Schließlich, so der Caritasdirektor, seien beide Bevölkerungsgruppen besonders von Armut betroffen. Landau: "Es geht darum, alten Menschen einen Lebensabend in Würde zu ermöglichen und Kindern ein Stück Geborgenheit zu schenken." Hilfe sei wichtig, teils sogar überlebenswichtig, und komme auch an, so Landau: "Sie schenkt Menschen Hoffnung und eine Lebensperspektive."